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Novavax beantragt Notfallzulassung durch die WHO

Novavax hat vergangene Woche einen Antrag auf Notfallzulassung durch die WHO gestellt. Damit soll der proteinbasierte Covid-Impfstoff des Biotechunternehmens schneller in bedürftige Länder gelangen. Für Deutschland hat das keine Konsequenzen.
Der proteinbasierte Impfstoff von Novavax verspricht eine hohe Wirksamkeit – doch für die Impfkampagne in Deutschland kommt er etwas spät

Der proteinbasierte Impfstoff von Novavax verspricht eine hohe Wirksamkeit – doch für die Impfkampagne in Deutschland kommt er etwas spät

Das Biotechnologieunternehmen Novavax und sein Partner Serum Institute of India haben am Freitag einen Antrag auf Notfallzulassung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestellt. Damit soll der proteinbasierte Covid-Impfstoff NVX-CoV2373 schneller in bedürftige Länder gelangen, die am COVAX-Programm der WHO teilnehmen. COVAX ist die Abkürzung für Covid-19 Vaccines Global Access, eine Initiative, die einen weltweit gleichmäßigen und gerechten Zugang zu COVID-19-Impfstoffen gewährleisten will.

Für Deutschland entscheidet die EMA über eine Notfallzulassung

Für Deutschland hat der Antrag indes keine Bedeutung. Hier muss die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) abgewartet werden. Seit Februar läuft bereits ein Rolling-Review-Verfahren. Das beschleunigte Prüfverfahren wird solange fortgesetzt, bis ausreichend Daten der wissenschaftlichen und klinischen Tests für einen Zulassungsantrag vorhanden sind.

Experten gehen von einer europäischen Zulassung bis spätestens zum Jahresende aus. Die Europäische Kommission hatte schon im Dezember 2020 einen Vorvertrag über 200 Millionen Impfdosen abgeschlossen. Die endgültige Vertragsunterzeichnung scheitert aber daran, dass Novavax bislang nicht zusagen konnte, wann es wie viel Impfstoff liefern wird.

 

Proteinbasierte Impfstoffe haben sich bewährt

Wegen ernsthaften Schwierigkeiten bei der Produktion rechnet der Europa-Abgeordnete Peter Liese nicht damit, „dass Novavax kurzfristig für die Impfkampagne zur Verfügung steht.“ Aber: Der Impfstoff könnte wegen seines eher traditionellen Verfahrens helfen, Skeptiker zu überzeugen, glaubt Peter Liese. „Dies kann wichtig sein, wenn sich in den nächsten Montan viele Menschen nicht impfen lassen, weil sie gegenüber mRNA- oder Vektorimpfstoffen skeptisch sind.“

Bei NVX-CoV2373 handelt sich weder um einen mRNA-, noch einen Vektorimpfstoff, sondern um einen Impfstoff, der nur das Protein des Coronaviruses enthält und so auf einem sehr bewährten Weg eine Impfreaktion herstellt. Proteinbasierte Impfstoffe werden beispielsweise bei der Grippeimpfung eingesetzt.

Novavax verspricht guten Impfschutz

Auch die vorläufigen Daten sehen gut aus: In einer Studie in Großbritannien zeigte der Impfstoffkandidait eine Wirksamkeit von 96,4 Prozent gegen den ursprünglichen Virusstamm, 86,3 Prozent gegen die Alpha-Variante (B.1.1.7) und eine Gesamtwirksamkeit von 89,7 Prozent. Eine weitere Studie, die in den USA und Mexiko durchgeführt wird, belegt einen 100-prozentigen Schutz gegen mittelschwere und schwere Covid-Erkrankungen – bei einer Gesamtwirksamkeit von 90,4 Prozent ergab. Damit rangiert der Impfstoff in der Liga der mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna.

Foto: © Adobe Stock/ 24K-Production

Hauptkategorien: Corona , Medizin , Gesundheitspolitik
 

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