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Notruf auch an Feiertagen wählen: Was auf Herzinfarkt hindeutet

Besonders um die Weihnachtszeit können vermehrt Herzinfarkte auftreten. Bei bestimmten Symptomen sollte man sofort den Notruf 112 wählen – und nicht zögern, weil man etwa in Corona-Zeiten nicht ins Krankenhaus möchte.
Heiligabend, Weihnachten, Familie

Für einige Menschen bedeuten die Feiertage auch Stress. Der kann aufs Herz gehen

Besonders um die Weihnachtszeit können vermehrt  Herz-Kreislauf-Komplikationen wie Herzinfarkte auftreten. Bei bestimmten Symptomen sollte man sofort den Notruf wählen 112 - und nicht zögern, weil man etwa in Corona-Zeiten nicht ins Krankenhaus möchte. Darauf weist die Deutsche Herzstiftung hin.

"Studienergebnisse lassen auf ein erhöhtes Herzinfarktrisiko an Heiligabend und an Neujahr schließen - besonders bei Menschen, die über 75 oder bereits chronisch krank sind", erklärt Prof. Thomas Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Herzstiftung.

Vorerkrankte sind stärker anfällig für Stress

Eine vermehrte Anfälligkeit haben Patienten mit Risikofaktoren wie Diabetes und koronarer Herzkrankheit. Ihr Herz reagiert besonders empfindlich auf Stress. Mit Blick auf die Corona-Pandemie fügt der Kardiologe hinzu: "Bei vielen Menschen kommen in Zeiten von Corona sicherlich noch Sorgen und die Angst vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 hinzu. Das kann sich ebenfalls in Form von Stress bemerkbar machen."

Herzinfarkt und andere Herznotfälle wie lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen müssen rasch medizinisch versorgt werden. Kommt es beim Herzinfarkt etwa zum lebensbedrohlichen Kammerflimmern, kann nur ein Elektroschock über einen Defibrillator die Herzrhythmusstörungen beseitigen. Im Krankenhaus muss mittels Katheter das verstopfte Herzkranzgefäß so schnell wie möglich geöffnet werden, um einen weiteren Verlust von Herzmuskelgewebe zu verhindern.

 

Lebensgefährliches Zögern

Notfallmediziner kennen nur zu gut die Gründe für das lebensgefährliche Zögern von Herz-Patienten: Die Scheu, den Rettungsdienst  zu rufen, weil man die neugierigen Blicke der Nachbarn fürchtet, oder weil man den Krankenhäusern nicht zur Last fallen möchte.

Die Festtage um Weihnachten und Neujahr sowie der Corona-Lockdown dürften diese Hemmung vor dem Notruf 112 noch steigern. "Ein fataler Irrtum, der im schlimmsten Fall Leben kosten kann", so Voigtländer, Intensivmediziner am Cardioangiologischen Centrum Bethanien in Frankfurt am Main.

Der Umweg über den Hausarzt oder den Ärztlichen Bereitschaftsdienst mit der Rufnummer 116 117 (Notdienstnummer) kann bei Herzinfarkt gefährlich sein, weil die in dem Fall auch nichts anderes tun können als den Notarzt zu rufen.

Notruf auch an Feiertagen wählen: Was auf Herzinfarkt hindeutet

Den Notruf auch an Feiertagen wählen solle man bei bestimmten Symptomen, die auf Herzinfarkt hindeuten:

  • plötzlich einsetzende starke brennende und drückende Schmerzen, die länger als fünf Minuten anhalten und sich in Ruhe nicht bessern. Die Schmerzen zeigen sich überwiegend im Brustkorb, häufig hinter dem Brustbein, bisweilen auch nur im Rücken zwischen den Schulterblättern oder im Oberbauch. Die Schmerzen können in den Arm, den Hals oder Kiefer ausstrahlen
  • Engegefühl in der Brust
  • Atemnot
  • Übelkeit
  • kalter Schweiß
  • Unruhe
  • Angst
  • Blässe

Weitere Informationen zu den wichtigsten Symptomen einer Herzerkrankung wie Vorhofflimmern, Herzklappenerkrankung, koronare Herzkrankheit und andere Herzleiden finden Herzpatienten und interessierte Angehörige unter www.herzstiftung.de/herzinfarkt-an-festtagen.

Foto: Adobe Stock/Robert Kneschke

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