. Notaufnahme

Notaufnahme: Nationales Register soll Qualität verbessern

In Deutschland wird ein Nationales Notaufnahmeregister aufgebaut. Ziel ist, die Versorgungsqualität in Notaufnahmen zu verbessern. Das BMBF stellt drei Millionen Euro für das Vorhaben bereit.
Das Nationale Notaufnahmeregister wird die Versorgungsqualität transparenter machen

Das Nationale Notaufnahmeregister wird die Versorgungsqualität transparenter machen

Mindestens 21 Millionen Patienten werden jährlich in deutschen Notaufnahmen versorgt. Neben Erste-Hilfe-Maßnahmen und zahlreichen Untersuchungen kommt es in der Notaufnahme vor allem auf eine saubere Dokumentation an. Schließlich müssen die weiterbehandelnden Ärzte die vorläufigen Diagnosen und bisherigen Behandlungsschritte genau nachvollziehen können, um die Patienten adäquat weiterbehandeln zu können. Doch bislang gibt es bundesweit keine einheitliche Dokumentation und somit wenig Vergleichsmöglichkeiten bei der Qualitätssicherung.

Nationales Notaufnahmeregister

Das soll sich jetzt durch den Aufbau eines Nationalen Notaufnahmeregisters ändern. Für ein entsprechendes Verbundforschungsprojekt hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Oktober über drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Dazu der Parlamentarische Staatssekretär vom BMBF Dr. Helge Braun: „Bei einer akuten Erkrankung ist die Behandlung in den ersten Minuten und Stunden entscheidend für den gesamten Krankheitsverlauf. Gleichzeitig ist das Notfallgeschehen sehr schwierig in standardisierten klinischen Studien zu erfassen. Um hier die Versorgung zu verbessern, wird das Notfallregister in den kommenden Jahren einen wichtigen Beitrag leisten.“

Daten können anonymisiert ausgewertet werden

An dem Projekt der Versorgungsforschung sind insgesamt neun Projektpartner beteiligt, darunter die Universitäten Frankfurt, Gießen und Witten-Herdecke sowie die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI). Die Sektion Notaufnahmeprotokoll des Divi hat bereits ein Protokoll für eine standardisierte strukturierte Dokumentation in der Notaufnahme entwickelt. Der Aufbau einer dezentralen IT-Infrastruktur steht noch aus, ist aber Voraussetzung, damit das Projekt gestartet werden kann.

Die Daten blieben in den in den einzelnen Kliniken und damit im Behandlungskontext und sollen zur zentralen Auswertung anonymisiert werden, heißt es in einer gemeinsamen Presserklärung der Projektpartner. Verschiede Fragestellungen aus dem Bereich der Versorgungsforschung wollen die Wissenschaftler mit den Daten des dezentralen Registers bearbeiten und so die Machbarkeit der IT-Infrastruktur evaluieren. An der Evaluierung nehmen das Robert-Koch-Institut in Berlin, das Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM) der Universität Witten Herdecke, die Hochschule Niederrhein und das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen (HLPUG) teil.

Herzstück ist ein einheitliches Notaufnahmeprotokoll

Nach Angaben des DIVI sollen durch die standardisierte Dokumentation in einem einheitliches Notaufnahmeprotokoll die Klinik interne Weitergabe von Informationen zwischen den verschiedenen Organisationsbereichen erheblich verbessert sowie Doppeldokumentation vermieden werden. Auch die die Erfassung abrechnungsrelevanter Leistungen im ambulanten wie auch im stationären Bereich werde verbessert. Zudem sieht das Institut eine zusätzliche Möglichkeit einer „Qualitätssicherung“ im Sinne einer besseren Vergleichbarkeit deutscher Kliniken.

Foto: © Tyler Olson - Fotolia.com

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Notaufnahme , Versorgungsforschung

Weitere Nachrichten zum Thema Krankenhäuser

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Nach dem jüngsten BGH-Urteil muss das Arztbewertungsportal Jameda das Profil einer Ärztin löschen. Die Bundesärztekammer begrüßt die Entscheidung, sieht jedoch noch weiteren Handlungsbedarf.
. Top-Fortbildungen
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.