Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
22.01.2021

Norwegen ändert Corona-Impfempfehlung für alte und schwerkranke Menschen

Norwegen ändert seine Corona-Impfempfehlung: Nach dem Tod von 23 Senioren sollen alte, schwerkranke Menschen nur noch nach sorgfältiger Abwägung geimpft werden.
Corona-Impfung, Impfung im Pflegeheim

Alte, sehr kranke Menschen sollen in Norwegen nur nach sorgfältiger Abwägung geimpft werden

Norwegen ändert seine Corona-Impfempfehlung: Nach dem Tod von 23 Senioren sollen alte, schwerkranke Menschen nur noch nach sorgfältiger Abwägung geimpft werden. Das gab die staatliche Arzneimittelbehörde bekannt.

Derzeit werden in dem skandinavischen Land wie in Deutschland zunächst vor allem Hochaltrige und Pflegeheimbewohner gegen SARS-CoV-2 geimpft, von denen viele krank, einige sogar todkrank sind.

Fieber und Übelkeit können zu tödlichem Verlauf führen

Von den Todesfällen, die innerhalb der ersten Tage nach der Impfung auftraten, wurden bislang 13 untersucht. "Aufgrund der Berichte können wir nicht ausschließen, dass häufige Nebenwirkungen wie Fieber und Übelkeit bei einigen gebrechlichen Patienten mit schweren Grunderkrankungen zu einem ernsteren Verlauf und tödlichen Ausgang führen können", sagt Sigurd Hortemo, Chefarzt der Arzneimittelbehörde.

Auch Durchfall gehört zu den möglichen Nebenwirkungen, die gravierende Probleme bei schwerkranken Menschen hervorrufen kann.

 

Für jüngere und fittere Patienten nicht gefährlich

"Diese häufigen Nebenwirkungen sind bei fitteren, jüngeren Patienten nicht gefährlich und bei Impfstoffen nicht ungewöhnlich", betont Steinar Madsen, medizinischer Leiter der Arzneimittelbehörde in einem Artikel des Fachmagazins BJM.

Verimpft wurde der Biontech/Pfizer-Impfstoff. An den Zulassungsstudien hatten keine Patienten mit wiederkehrenden oder akuten Erkrankungen teilgenommen, und nur wenige Probanden waren über 85 Jahre alt.

Norwegen ändert Corona-Impfempfehlung für Alte und Schwerkranke

Das norwegische Institut für öffentliche Gesundheit hat nun seine Corona-Impfempfehlung in Bezug auf gebrechliche oder todkranke Patienten geändert: Für jeden Patienten sollte bewertet werden, ob der Nutzen der Impfung das Risiko eventueller Nebenwirkungen überwiegt. Dies beinhalte die Erörterung der Risiken und Vorteile einer Impfung mit dem Patienten und seinen Familien, um zu entscheiden, ob die Impfung der beste Weg sei.

Das Paul-Ehrlich-Institut in Deutschland untersucht derzeit 10 Todesfälle, die wenige Tage nach der Covid-19-Impfung auftraten. Die Patienten waren ebenfalls alt und schwer erkrankt, einige wurden palliativ versorgt.

Foto: Adobe Stock/M. Dörr + M. Frommherz

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Impfen , Coronavirus
 

Weitere Nachrichten zum Thema Corona-Impfung

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Eine aktuelle Studie zeigt: Antidepressiva binden an den Rezeptor für das Wachstumshormon BDNF. Dadurch kommt es zu einer erhöhten Aktivität in bestimmten Hirnregionen. Die Forscher erhoffen sich daraus die Möglichkeit für neue Therapieansätze.


Was haben die Seychellen, Monaco und Äquatorialguinea gemeinsam? Leute von dort sind in Deutschland so selten, dass sie selbst von einer Anerkennung als Minderheit Lichtjahre entfernt sind. Vergleichbar ergeht es den Patienten mit „Seltenen Erkrankungen“ im medizinischen Bereich. Dabei sind 6.800 dieser Krankheiten bekannt – und fünf Prozent der Deutschen davon betroffen.
 
Interviews
Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.

Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin