. Weltnierentag 2015

Nierenversagen kann jeden treffen

Über 100.000 Menschen in Deutschland sind auf ein Nierenersatzverfahren wie die Dialyse oder eine Transplantation angewiesen. Experten und Betroffene wollen den heutigen Weltnierentag nutzen, um die Prävention von Nierenerkrankungen ins Bewusstsein zu rücken.
Die Nieren sind wichtig für unsere Gesundheit

Die Nieren regeln eine Vielzahl von Körpervorgängen.

Die Niere ist ein Hochleistungsorgan. Tagtäglich filtert sie unser Blut, sorgt für die Ausscheidung von Giftstoffen, produziert Hormone, reguliert den Wasser-, den Säure-Basen- und den Elektrolythaushalt und ist wichtig für den Vitamin-D-Stoffwechsel. Dennoch sind wir uns der Bedeutung unserer Nieren meistens kaum bewusst.

Dabei beeinflussen Störungen der Nierenfunktion eine Vielzahl von Körpervorgängen. Und umgekehrt können verschiedene Krankheiten die Niere in Mitleidenschaft ziehen, zum Beispiel dauerhaft hohe Blutzuckerwerte. Oft bleiben die Veränderungen jedoch unentdeckt, bis es zu spät ist. Dann kann es zum Chronischen Nierenversagen kommen, der Körper ist nicht mehr in der Lage, sich selbst zu entgiften, und der Patient ist auf die Dialyse oder eine Nierentransplantation angewiesen.

Bewusstsein für Nierengesundheit stärken

Ein Nierenversagen kann grundsätzlich jeden treffen; meist tritt sie in der zweiten Lebenshälfte auf. Wenn aber Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Rauchen die Gefäße schädigen, kann die Nierenfunktion bereits in jüngeren Jahren nachlassen. Doch es gibt Anzeichen, die uns rechtzeitig vor einer Schädigung der Nieren warnen. Fachgesellschaften und Patientenverbände wollen daher auch am diesjährigen Weltnierentag wieder dazu aufrufen, sich stärker um die Gesundheit der Nieren zu kümmern und der Prävention von Nierenerkrankungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Zu diesem Zweck haben der Verband Deutsche Nierenzentren (DN), die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN), das KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation und die PHV Patienten Heimversorgung gemeinsam mit der Deutschen Nierenstiftung einen Informationsflyer entworfen. Der Flyer enthält unter anderem acht Tipps, wie wir unsere Nieren gesund halten können, beispielsweise den Rat, regelmäßig den Blutzucker zu kontrollieren, das Rauchen einzustellen und ausreichend zu trinken.

 

Einfache Lebensstiländerungen können Nieren schützen

„Wichtig ist uns, auch über den Aktionstag hinaus ein Bewusstsein für die Prävention von Nierenerkrankungen in der Bevölkerung zu schaffen. Die Niere ist zwar bislang das einzige Organ, das dauerhaft - über Jahre und mitunter auch über Jahrzehnte - maschinell ersetzt werden kann, aber soweit sollte es nach Möglichkeit gar nicht erst kommen. Lebensstiländerungen können helfen, die Nierengesundheit zu erhalten“, erklärt Professor Jürgen Floege, Präsident der DGfN, anlässlich des Weltnierentags 2015. Bei Menschen, die bereits eine leichte Nierenfunktionseinschränkung haben, könne zudem eine frühzeitige ärztliche Betreuung das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.

Foto: © psdesign1 - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Nieren

| Unsere Nieren arbeiten rund um die Uhr. Sie filtern 1800 Liter Blut pro Tag, reinigen es von Abfallstoffen und versorgen es mit lebenswichtigen Botenstoffen. Grund genug, mehr auf unsere Nierengesundheit zu achten. Mit einigen wenigen Tipps ist das gar nicht so schwer.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Die chronisch obstruktive Lungenkrankheit, kurz COPD, gilt als typische Raucherkrankheit. Doch auch Nichtraucher können daran erkranken. Forscher haben nun eine mögliche Ursache gefunden.
Mindestens 192 Menschen sind in den ersten sieben Monaten dieses Jahres beim Baden in deutschen Gewässern ertrunken. Angesichts der Hitzewelle rechnet die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit einem Anstieg der Fälle und gibt Tipps, damit aus dem Badespaß kein Ernst wird. An Flüssen, Seen und am Meer lauern ganz unterschiedliche Gefahren.
 
 
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.