Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Niemand ist zu alt für Neurorehabilitation nach Schlaganfall

Donnerstag, 26. November 2015 – Autor:
Eine intensive Neurorehabilitation nach Schlaganfall bleibt oft jüngeren Patienten vorbehalten. Dabei profitieren auch hochbetagte Patienten davon. Das zeigt eine Studie, für die es jetzt den Fürst Donnersmarck Forschungspreis gab.
Neurorehabilitation bringt auch sehr alte Menschen wieder auf Trab

Neurorehabilitation bringt auch sehr alte Menschen wieder auf Trab

Ein Schlaganfall ist der häufigste Grund für bleibende Behinderungen im Erwachsenenalter. Eine intensive Neurorehabilitation kann die Beeinträchtigungen in vielen Fällen beseitigen oder zumindest lindern. Doch ältere Menschen erhalten nach einem Schlaganfall oft nur eine eingeschränkte, geriatrische Rehabilitation. Grund ist die Annahme, Ältere würden von einer intensiven Behandlung wenig profitieren - eventuell sogar überfordert sein. Wissenschaftler haben diese These jetzt widerlegt. In einer Studie an der St. Mauritius Therapieklinik in Meerbusch wurde analysiert, wie sich 2.300 Patienten jedweden Alters durch vier Wochen intensive Neurorehabilitation erholen. Dabei zeigte sich, dass die Kombination aus Physio-, Ergo-, Sport- und Sprachtherapie Menschen über 80 Jahren genauso gut hilft wie Menschen zwischen 65 und 80 und den jüngeren.

Weniger Pflegebedürftig

„Zu alt für Neurorehabilitation ist durch diese Arbeit als ein altersdiskriminierendes Vorurteil wissenschaftlich widerlegt“, erklärt Studienleiter Professor Stefan Knecht, der für diese Arbeit am Freitag mit dem Forschungspreis der Fürst Donnersmarck-Stiftung ausgezeichnet wurde. „Unabhängig vom Alter bringt jede Stunde mehr an Therapie ein Mehr an Erholung und ein Weniger an Pflegeabhängigkeit“, so der Experte von der Uniklinik Düsseldorf. Er plädiert deshalb dafür, eine „Neurorehabilitation bis zur Leistungsgrenze“ öfter auch bei geriatrischen Patienten einzusetzen.

 

Weiter Forschen zur Schlaganfall-Rehabilitation

Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitzeitschrift „Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry“ veröffentlicht. Das Preisgeld von 15.000 Euro möchte das Team nun für weitere Studien nutzen. So wollen die Neurowissenschaftler zum Beispiel klären, wie stark ein verzögerter Reha-Beginn den Erholungseffekt beeinträchtigt.

Der Forschungspreis der Fürst Donnersmarck Stiftung ist insgesamt mit 30.000 Euro dotiert. James F. Malec und Jacob Kean von der Indiana University School of Medicine, USA, erhielten den zweiten Teil. Die beiden Wissenschaftler beschäftigen sich mit Langzeiteffekten post-akuter Neurorehabilitation nach Hirnschädigungen.

Foto: AOK Mediendienst

Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schlaganfall , Rehabilitation , Geriatrie , Neurologie
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schlaganfall

19.10.2019

Nach einem Schlaganfall benötigt ein großer Teil der Patienten Rehabilitationsmaßnahmen. Welche Methode jedoch die größten Erfolge verspricht, ist noch nicht vollständig erklärt. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass ein Ausdauertraining nicht immer Vorteile bringt.

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Der Schlaganfallexperte Dr. Ingo Schmehl über die kurze Zeitspanne für die Akuttherapie und warum viele Patienten ihren Schlaganfall verschlafen.
 
Weitere Nachrichten

Ist die Infektion abgeklungen, ist Covid-19 für viele Patienten keineswegs vorbei – es geht nur anders weiter. Die AOK hat ein neues Beratungsportal geschaltet: damit Long-Covid-Patienten diese neue Krankheit besser verstehen und leichter mit ihr umgehen können.

 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin