. Sommerplage

Nicht nur Zecken, sondern auch Milben lauern im Gras

Nicht nur Zecken können die Freude an Wald- und Wiesenspaziergängen trüben. Auch Milben können in bestimmten Gegenden zur regelrechten Plage werden. Vor allem im Spätsommer und Herbst lauern die Tiere im Gras und befallen Menschen und Tiere.
Schutz vor Zecken und Milben

Die Stiftung Kindergesundheit warnt vor Zecken- und Milbenbefall

Dass Spaziergänge im Wald und über Wiesen die Gefahr bergen, von Zecken befallen zu werden, ist den meisten Menschen bekannt. Vor allem im Frühsommer und Sommer sind die Tiere aktiv. Werden die Tage jedoch wieder kürzer, droht der Befall einer anderen, weniger bekannten Insektenart: Die Erntemilbe entwickelt sich in bestimmten Gegenden besonders im Spätsommer und Frühherbst zu einer regelrechten Plage. Das berichtet die Stiftung Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme und gibt Tipps, wie Eltern sich selbst und ihre Kinder am besten vor den Blutsaugern schützen können.

Die in Deutschland am häufigsten vorkommende Art ist die Herbstmilbe (Neotrombicula autumnalis). Zur stechenden Plage zwischen Juli bis Oktober werden nur die winzigen, rot-orangen Larven der Tiere, die auf Gräsern, Sträuchern und Buchenhecken hausen. Besonders aktiv werden sie an warmen Tagen, vor allem am späten Nachmittag. Normalerweise leben die Milbenlarven auf Mäusen, Maulwürfen, bodenbrütenden Vögeln und Haustieren. Oft findet man sie zu Hunderten auf einer einzigen Maus. Doch sie können auch Menschen befallen, die sich im Wald oder auf Wiesen aufhalten.

Milbenbisse können zu unerträglichem Juckreiz führen

Wenn sie sich auf den Menschen verirren, legen die Milben an Armen und Beinen größere Strecken zurück und stechen dort zu, wo ein Kleidungsstück sie an der Fortbewegung hindert, zum Beispiel beim Abschluss der Unterwäsche, unter dem Hosengürtel oder am Ende der Socken. Meistens finden sich viele Stichstellen auf dem betroffenen Hautabschnitt; es können dann sogar 30 oder 50 Stiche sein. Im Grunde sind die Milben harmlos, da sie keine Krankheiten übertragen, wie die Stiftung Kindergesundheit erläutert. Nach dem Saugen, was einige Stunden dauern kann, lassen sie sich abfallen. An der Stichstelle entsteht dann ein flaches Hautknötchen.

Erst später beginnt das große Jucken, manchmal schon wenige Stunden, meistens aber erst am zweiten Tag nach dem Stich. Der Juckreiz kann sich bis zur Unerträglichkeit steigern. Sind die Milben noch in der Haut, werden sie durch das Kratzen meist zerstört, doch ihre winzigen Mundwerkzeuge bleiben dann oft in der Haut zurück und verursachen eine Fremdkörperreaktion. Dadurch kann der Juckreiz 10 bis 14 Tage anhalten, bis durch die Erneuerung der obersten Hautschicht auch die letzten Milbenreste abgestoßen werden.

 

Kinder nach Zecken und Milben absuchen

Eine Vorbeugung gegen Zecken- und Milbenbisse ist schwierig. Geschlossene Kleidung kann schützen, insektenabwehrende Mittel wirken hingegen meist nur ungenügend. Die Stiftung Kindergesundheit betont, dass Kinder nach einem Aufenthalt auf verdächtigen Flächen gründlich abgeduscht und nach Zecken abgesucht werden sollten. Zecken verkriechen sich besonders häufig in Knie- und Achselhöhle und in der Leistenbeuge. Bei Kindern finden sie sich auch oft am Haaransatz hinter den Ohren und im Genitalbereich. Entdeckt man eine Zecke, so sollte man sie mit einer Pinzette oder den Fingernägeln so nahe wie möglich an der Haut greifen und herausziehen, dabei nicht quetschen und auch nicht drehen, weil sonst der Speichel des Tieres in die Haut gelangen und so die Infektionsgefahr erhöhen könnte.

Hat sich ein Kind Herbstmilben eingefangen, ist schnelles Handeln geboten, so die Stiftung Kindergesundheit. Es empfiehlt sich, zu Hause zu duschen und die Kleider zu wechseln. Zur Linderung des Juckreizes und zur Verhinderung von Sekundärinfektionen, die meistens für länger anhaltende Reaktionen verantwortlich sind, empfiehlt sich das sofortige Einreiben der Stichstellen mit 70-prozentigem Alkohol oder speziellen Mitteln aus der Apotheke, die den Juckreiz stillen. Zur Milbenabwehr im eigenen Garten sollte man den Rasen kurz halten und den Grasschnitt nicht liegen lassen. Der Einsatz von Insektiziden ist weniger ratsam, unterstreicht die Stiftung Kindergesundheit: Sie stellen eine unnötige Belastung für die Umwelt dar und sind meist wenig erfolgreich.

Foto: © Mattoff - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
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