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Nicht jede Schilddrüsenunterfunktion braucht Behandlung

Liegt der TSH-Wert unter 10mU/l, muss eine Schilddrüsenunterfunktion nicht unbedingt behandelt werden. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Fachblatt Clinical Endocrinology erschien.
Schilddrüsenuntersuchung

Eine milde Schilddrüsenunterfunktion muss nicht immer therapiert werden

Darauf weist Prof. Helmut Schatz, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), hin. Thyreoidea stimulierendes Hormon (TSH) ist ein Botenstoff aus der Hirnanhangdrüse, der die Schilddrüse zur Hormon-Produktion anregt. Erhöhte TSH-Werte im Blut können ein frühes Anzeichen für eine Schilddrüsenunterfunktion sein.

Experten raten davon ab, einem Patienten mit einer sogenannten subklinischen Unterfunktion frühzeitig Medikamente zu verschreiben. Denn eine Beobachtungsstudie zeigt, dass sich der TSH-Wert wieder von selbst normalisieren kann oder zumindest stabil bleibt. Erst bei einer manifesten Unterfunktion sollten Medikamente zum Einsatz kommen.

TSH-Wert normalisiert sich von allein wieder

Ein Forscher-Team verfolgte über fünf Jahre 241 Frauen mit subklinischer Hypothyreose und nur mild erhöhten TSH-Werten zwischen 4,5 und 10 mU/l. Nur knapp ein Fünftel (19 Prozent) entwickelte in den fünf Jahren eine manifeste Hypothyreose und erhielt dann Thyroxin. Bei 22,8 Prozent der Probandinnen normalisierte sich das TSH spontan. Bei 58,1 Prozent hielt sich die subklinische Hypothyreose mit TSH-Werten von 4 bis 10 mU/l.

Ein TSH-Startwert von über 8 mU/l war ein Prädiktor für eine Progression und einen späteren Thyroxinbedarf, während ein TSH von 8 mU/l oder weniger, negative TPO-Antikörper und ein normaler Ultraschallbefund eine TSH-Normalisierung vorhersagten.

 

Nicht jede Schilddrüsenunterfunktion braucht Behandlung

Die Amerikanische Schilddrüsengesellschaft (ATA) empfiehlt in ihren Leitlinien, eine suklinische Hypothyreose bei einem TSH-Wert von unter 10 mU/l nicht zu behandeln, sondern beobachtend abzuwarten.

Es gibt jedoch Ausnahmen: Eine Thyroxingabe ist angezeigt bei klinischen Symptomen, positiven Schilddrüsenantikörpern, einer arteriosklerotischen, kardiovaskulären Erkrankung oder einer Herzinsuffizienz. Auch bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch empfiehlt Prof. Schatz eher Thyroxin. Bei ihnen sollte der TSH-Wert unter 2,5 mU/l liegen.

Bei Kindern sollte übrigens in der Vorsorge ebenfalls auf die Schilddrüse geachtet werden.

Foto: Andrey Popov/Fotolia.com

Autor: bab
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