Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Neurochirurgen operieren jetzt auch am Campus Mitte

Donnerstag, 9. Februar 2017 – Autor:
Neurochirurgische Patienten können ab sofort auch am Charité Campus Mitte behandelt werden. Die Klinik mit 56 Betten befindet sich im frisch sanierten Bettenhochhaus. Operiert wird im neuen, voll digitalisierten OP-Trakt.
Einer der modernsten OP-Säle Europas: Seit dem Einzug der Neurochirurgie werden auch Hirntumore am Campus Mitte operiert

Einer der modernsten OP-Säle Europas: Seit dem Einzug der Neurochirurgie werden auch Hirntumore am Campus Mitte operiert – Foto: Wiebke Peitz

Schöner, heller, moderner – und besser: Das sanierte Bettenhochhaus samt nagelneuem OP-Trakt ist fertig. Jetzt ist auch die Klinik für Neurochirurgie an den Campus Charité Mitte gezogen. 56 Betten umfasst der neurochirurgische Stationsbereich plus mehrere Intensivbetten. Damit steht Patienten mit Wirbelsäulenleiden, Hirntumoren und Aneurysmen das modernste Behandlungszentrum zur Verfügung, das Berlin derzeit zu bieten hat. Charité-Chef Prof. Karl-Max Einhäupl spricht sogar von „Europas modernstem Krankenhaus“. Bei näherem Hinsehen auf das 202,5 Millionen Euro teure Projekt ist das wohl eher keine Übertreibung.

Operation mit Bildkontrolle

Allein in das neue Notfallzentrum Mitte hat das Universitätsklinikum rund 70 Millionen Euro investiert. In dem Neubau namens Rudolf-Nissen-Haus sind neben der Notaufnahme auch die 15 voll digitalisierten OP-Säle und 71 Intensivbetten untergebracht. Dass zwei OP-Säle, die beiden sogenannten Hybrid-OPs, mit der neuesten medizinischen Bildgebung ausgestattet sind, ist für Neurochirurgen besonders interessant. Denn gerade bei kniffligen Eingriffen wie einer Hirntumor-OP kommt es auf jeden Millimeter an. Mittels MRT- oder CT-Kontrolle könne die Operateure das Operationsergebnis fortlaufend kontrollieren und eben auch korrigieren. „Der Eingriff ist schonender und wir können noch präziser operieren“, kommentiert Klinikdirektor Prof. Peter Vajkoczy die Vorteile der technologischen Unterstützung, von der er sich letztlich bessere Behandlungserfolge für seine Patienten verspricht.

 

„Non plus ultra in Europa“

Überhaupt findet der Neurochirurg den Umzug an den historischen Campus Mitte eine tolle Sache. Der Standort sei jetzt das Non plus ultra in Europa, sagt er, die Ausstattung einfach super. „Notfälle, Schlaganfälle, Blutungen, Tumor, Koma, Wirbelsäule außer Trauma, all diese Fälle holen wir jetzt hierher.“ Auch die Zimmer seien viel besser, ganz zu schweigen von der neuen Intensivstation und der Ambulanz. „Damit haben wir jetzt die Chance, das nächste Level zu erreichen“, so Vajkoczy.

Mit dem Einzug der Neurochirurgie ist der Standort Mitte zu einem echten Neuro-Zentrum geworden. Die Neurologie ist hier nämlich ebenso vertreten wie die Neuroradiologie und andere verwandte Fachbereiche.

Neurochirurgie an drei Charité-Standorten

Neurochirurgische Expertise gibt es indes an allen drei Charité-Standorten; am Campus Benjamin Franklin in unveränderter Stärke. Vom Virchow-Klinikum sind zwar 75 Prozent der neurochirurgischen Kapazitäten nach Mitte gezogen, doch ein Highlight bleibt: die Radiochirurgie Cyber Knife. Außerdem werden am Weddinger Standort nach wie vor Notfälle wie Schädel-Hirntrauma und Rückenmarksverletzungen versorgt und kleinere Eingriffe zusammen mit den Mund-Kieferchirurgen und den HNO-Ärzten vorgenommen. Und die Kinderneurochirurgie bleibt ebenfalls dort. Allerdings plant Chefarzt Vajkoczy schwierige Fälle zusammen mit der Kinderklinik am Standort Mitte zu operieren, damit, wie er sagt, „auch den Kindern die neueste Technologie zur Verfügung steht.“

Foto: Charité/ Wiebke Peitz

Hauptkategorien: Berlin , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Neurochirurgie , Hirntumor
 

Weitere Nachrichten zum Thema Neurochirurgie

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Etwa 5 Prozent der Bevölkerung verträgt kein Gluten. Das ist ein Klebereiweiß, das in Getreide wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer, Emmer vorkommt. Doch Lebensmittel haben, wenn Getreide verarbeitet wurde, einen sehr unterschiedlichen Glutengehalt.


Ob in der Arztpraxis oder im Fitnessstudio: Der BMI gilt als beliebte Methode um festzustellen, ob jemand zu dick ist. Wissenschaftler kritisieren das. Der BMI unterscheide nicht zwischen Muskeln und Fett und sage nichts über die Fettverteilung aus.
 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin