. Reha nach Schlaganfall

Neues Zentrum für neurologische Rehabilitation in Berlin

In Berlin-Frohnau wurde Ende letzten Jahres ein innovatives neurologisches Rehabilitationszentrum fertiggestellt. Das P.A.N. unterstützt Betroffenen bei der neurologischen Langzeitrehabilitation. Architektonisch und therapeutisch will es neue Maßstäbe setzen.
P.A.N-Zentrum für neurologische Rehabilitation

Am Konzept des neuen Reha-Zentrums haben auch Patienten mitgewirkt

Jahrelang mussten Bewohner und Mitarbeiter auf einer Baustelle leben und arbeiten. Doch jetzt ist das P.A.N.-Zentrum in Berlin-Frohnau fertiggestellt. P.A.N. steht für Post-akute Neurorehabilitation. Die Einrichtung will bei neurologischen Erkrankungen die Lücke zwischen der primär medizinisch ausgerichteten Rehabilitation und dem häuslichen Alltag schließen. Das Besondere: Das Raumkonzept haben Architekten, Neurologen und Therapeuten im engen Austausch mit den Patienten entwickelt.

Modernes Architekturkonzept unterstützt die neurologische Therapie

Im P.A.N-Zentrum geht es um mehr als die klassische medizinische Rehabilitation. Hier werden Menschen mit schweren neurologischen Störungen aufgenommen, die oft schon eine lange Reha hinter sich haben und häufig als „austherapiert" gelten. Viele der Patienten hatten einen Schlaganfall und leiden unter starken motorischen und auch kognitiven Beeinträchtigungen. Das Ziel des Aufenthaltes ist, dass die Patienten wieder ein eigenständiges Leben in ihren eigenen vier Wänden führen können.

Das Raumkonzept richtet sich nach der Idee des „Enriched Environment“: Eine reizreiche und komplexe Gestaltung soll positiven Einfluss auf die Therapie haben. Die Räume sind hell und großzügig geschnitten und die Anordnung erlaubt auch Menschen mit Orientierungsschwierigkeiten, sich selbständig zu bewegen. Mittelpunkt der Anlage ist der sogenannte „Marktplatz". Hier wird kommuniziert, gespielt, man liest, surft im Internet oder trinkt einfach nur einen Kaffee. Wenn es den Patienten etwas besser geht, können sie in einem Appartement auf dem Gelände zur Probe alleine wohnen. Die Betroffenen lernen, wieder einzukaufen, sich Essen zu kochen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren.

Das P.A.N. Zentrum ist eine Einrichtung der Fürst Donnersmarck-Stiftung, welche sich die Rehabilitation von Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen zum Ziel gesetzt hat. Über 30 Millionen Euro hat die Stiftung aus eigenen Mitteln in den Um- und Ausbau des Zentrums gesteckt.

Rehabilitationszentrum will Selbständigkeit der Patienten wieder herstellen

Rund 270.000 Menschen erleiden jedes Jahr in Deutschland schwere Schäden des Gehirns aufgrund von Schlaganfällen oder Unfällen. Nicht selten werden die Betroffenen nach der Akut-Reha in Pflegeheimen untergebracht. Im P.A.N. glaubt man, dass dann oft noch nicht das ganze Rehabilitationspotenzial ausgeschöpft ist. Professor Stephan Bamborschke, leitender Arzt des P.A.N.-Zentrums, erklärt dazu: „Unser Ziel ist es, dass die Menschen mit erworbenen Schädigungen des Nervensystems neu lernen, ein weitgehend selbstständiges Leben zu führen. Die neuen Räume bieten die beste Umgebung für die Weiterführung unserer erfolgreichen Arbeit, denn sie stärken die interdisziplinäre Zusammenarbeit.“

Foto: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Neurologische Rehabilitation

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Patienten liegen sich wund, werden mit Medikamenten ruhiggestellt oder viel zu oft ins Krankenhaus eingewiesen: Der neue Pflegereport der AOK hat gravierende Mängel in deutschen Pflegeheimen aufgedeckt. Doch es gibt auch gute Heime.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.