Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
28.01.2016

Neues OP-Verfahren für Reflux-Krankheit

Die mit Sodbrennen verbundene Reflux-Krankheit lässt sich meist mit Medikamenten behandeln. Schlagen sie nicht an, kann eine OP nötig sein. Die Universitätsmedizin Mainz bietet ein minimal-invasives Verfahren an, bei dem ein Schrittmacher implantiert wird.
Schrittmacher für den unteren Speiseröhrenmuskel

Ein Stimulator soll den Speiseröhrenmuskel aktivieren

Sodbrennen ist ein weit verbreitetes Phänomen. Dabei ziehen die Schmerzen vom Oberbauch bis zum Hals. Anlass zur Sorge gibt es aber nur,  jemand über mehr als einen Monat ein- bis zweimal pro Woche darunter leidet. Dann ist es wahrscheinlich, dass Betroffene unter der Refluxkrankheit leiden.

Es kommt dabei zum Rückfluss des Mageninhaltes, bestehend aus saurem Magensaft und Speiseresten. Dieses Gemisch greift die Schleimhaut an, und es kommt zu einem Druckgefühl im Magen, brennenden Schmerzen, saurem Aufstoßen.

Reflux-Krankheit kann Krebs auslösen

In der Speiseröhre kann die Säure schwere Entzündungen und bleibende Schäden an der Schleimhaut wie Narbenbildung oder Barrett-Ösophagus hervorrufen. Dabei bildet sich eine der Darm-Schleimhaut ähnelnde Schleimhaut in der Speiseröhre, diese kann zu Krebs entarten. Auch Atemwegsprobleme können Folge der Refluxkrankheit sein.

Die Refluxkrankheit geht sehr oft mit hohem Leidensdruck einher. Etliche Betroffene haben eine über viele Jahre andauernde Leidensgeschichte hinter sich, weil konventionelle therapeutische Ansätze teilweise ohne erkennbaren Nutzen bleiben.

Betroffenen, denen eine medikamentöse Therapie mit Protonenpumpenhemmern (PPI) keine Linderung verschafft, kann ein minimal-invasiver chirurgischer Eingriff helfen, heißt es weiter in einer Mitteilung der Universitätsmedizin

 

Neues OP-Verfahren für Reflux-Krankheit

Dabei wird in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie über einen kleinen Schnitt im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) ein Schrittmacher implantiert. Dieser elektrische Stimulator regt den geschwächten unteren Speiseröhrenschließmuskel an und soll so seine Funktion verbessern, idealerweise sogar wiederherstellen.

Seit Dezember 2015 konnte bei zwei Patienten der Kardiaschrittmacher erfolgreich über einen kleinen Hautschnitt implantiert werden, sagt Dr. Peter Grimminger, Oberarzt im zertifizierten Kompetenz-Zentrum Oberer Gastrointestinaltrakt. Ob diese Therapie langfristig von Erfolg gekrönt sein wird, wird sich allerdings erst in den nächsten Jahren zeigen.

Länger erprobt ist eine andere, ebenfalls minimal-invasive OP-Methode: Bei der Fundoplikatio wird aus dem oberen Teil des Magens eine Art Kragen geformt und um den Speiseröhrenschließmuskel gelegt und fixiert. Der Druck soll den Schließmuskel unterstützen. Diese Methode ist langfristig wirksam, Komplikationen sind jedoch möglich, daher wird auch diese OP nur selten durchgeführt.

Foto: Markus Schmidt/Universitätsmedizin Mainz

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Reflux

25.07.2019

Symptome können manchmal irreführend sein – Beispiel Refluxkrankheit. Bei jedem fünften Patienten fehlen die klassischen, bekannten Beschwerden wie das Sodbrennen. Stattdessen leiden Organe jenseits des Verdauungstraktes wie die Atemwege – bis hin zur Lungenentzündung.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Hautausschläge, geschwollene Gelenke, extreme Müdigkeit oder Atembeschwerden: Dies können Symptome für „Lupus“ sein, eine seltene auftretende Immunkrankheit, die die Lebensführung aber massiv verändern kann. Sie tritt meist im Alter von 20 bis 30 auf, 90 Prozent der Betroffenen sind Frauen.


Die vorherrschende Meinung in der Wissenschaft war bisher: Ein höherer Bildungsabschluss kann die altersbedingte Schrumpfung des Gehirns verlangsamen oder sogar aufhalten. Eine von der EU finanzierte Langzeitstudie widerlegt dies jetzt – mit Serienbildern aus dem Magnetresonanz-Tomografen, die über den Zeitraum eines Jahrzehnts die Gehirnveränderung bei 2.000 Probanden dokumentieren.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin