. Darmkrebs Forschung

Neues Metastasen-Gen für Dickdarmkrebs entdeckt

Für die Entdeckung eines neuen Metastasen-Gens bei Dickdarmkrebs hat die Krebsforscherin Prof. Ulrike Stein vom Experimental and Clinical Research Center des Max-Delbrück-Centrums (MDC) und der Charité in Berlin-Buch den Teilpreis der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft erhalten.
Neues Metastasen-Gen für Dickdarmkrebs entdeckt

Ulrike Stein

Der Preis für ihre laut AIO innovative präklinische Forschung wurde Prof. Stein auf dem 6. Herbstkongress der Arbeitsgemeinschaft am 20. November 2009 in Berlin überreicht. Er ist mit 7.500 Euro dotiert, ebenso wie der AIO-Teilpreis für klinische Forschung, der an Prof. Klaus Pantel vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf geht.


Prof. Stein hatte zusammen mit Prof. Peter M. Schlag (Charité und MDC) und Prof. Walter Birchmeier (MDC) das Gen MACC1 auf Chromosom 7 entdeckt und festgestellt, dass es nicht nur das Krebswachstum, sondern auch die Metastasenbildung fördert. MACC1 steht für Metastasis-Associated in Colon Cancer 1 - mit Dickdarmkrebs assoziiertes Gen. Es erlaubt bei Dickdarmkrebs erstmals mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vorherzusagen, ob der Tumor zur Metastasenbildung neigt. Prof. Stein und ihre Kollegen konnten zeigen, dass Patienten mit Dickdarmkrebs eine günstigere Lebenserwartung haben, wenn die Aktivität von MACC1 niedrig ist, als Dickdarmkrebspatienten mit hohen MACC1-Werten.

Neues Metastasengen für Dickdarm-Krebs

Auf die Spur von MACC1 hatte die Forscher der Vergleich von gesundem Gewebe mit Gewebeproben von 103 Darmkrebspatienten im Alter zwischen 20 und 88 Jahren gebracht. Von diesen Krebspatienten waren 60 zur Zeit ihrer Operation frei von Metastasen. Von ihnen waren noch 37 Patienten fünf Jahre nach Operation und Therapie metastasenfrei. Sie hatten bei der Erstdiagnose niedrige MACC 1-Werte in den Darmtumoren. Hingegen hatten 23 Patienten nach fünf Jahren Metastasen bekommen. Bei ihnen hatten die Forscher zuvor hohe MACC1-Werte in den Tumorgewebeproben nachgewiesen.

Intesive Arbeit an einem Gentest

MACC1 könnte in Zukunft helfen, diese Ungewissheit einzugrenzen und die Patienten frühzeitig zu erkennen, die ein hohes Risiko haben, lebensbedrohliche Tochtergeschwülste in Leber und Lunge zu bekommen. Sie könnten dann intensiver behandelt und nachbeobachtet werden, als Patienten mit weniger aggressiven Tumoren. Doch noch gibt es solch einen Gentest nicht. Die Forscher arbeiten jedoch intensiv daran.

Darmkrebs ist eine der häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen in den westlichen Ländern. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr rund 73 000 Menschen daran. Trotz Operation, Chemo- und Strahlentherapie wird nur etwa die Hälfte der betroffenen Patienten geheilt, weil bei etwa 20 Prozent der Darmkrebspatienten bereits bei der Diagnose Metastasen festgestellt werden und bei etwa einem weiteren Drittel trotz erfolgreicher Ersttherapie später Metastasen auftreten.

Weitere Nachrichten zum Thema Darmkrebs

| Der Verzehr von Nüssen kann bei Darmkrebspatienten zu einer Reduzierung des Rückfallrisikos führen. Das haben Forscher herausgefunden. Ihrer Studie zufolge reichen bereits 57 Gramm Nüsse pro Woche, um das Sterberisiko von Betroffenen zu halbieren.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Die Geburtskliniken in Deutschland leisten nach Wahrnehmung der Frauen, die dort entbunden haben, insgesamt gute Arbeit. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Kliniken. Deshalb sollten werdende Eltern bei ihrer Klinikwahl gezielt vergleichen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.