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Neues Medikament gegen Herzschwäche schneidet in Studie gut ab

Das Medikament Omecamtiv Mecarbil ist der erste Vertreter einer neuen Arzneimittelklasse. In einer Studie mit über 8.000 Patienten hat sich das neue Präparat als wirksam bei schwerer Herzschwäche erwiesen. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) bewerten die Ergebnisse als zukunftsweisend.
Das neue Medikament Omecamtiv Mecarbil hat in einer Studie Todesfälle und Komplikationen der Herzinsuffizienz verhindert

Das neue Medikament Omecamtiv Mecarbil hat in einer Studie Todesfälle und Komplikationen der Herzinsuffizienz verhindert

Patienten mit einer schweren Herzschwäche (Herzinsuffizienz) scheinen von dem neuen Medikament Omecamtiv Mecarbil zu profitieren. In der GALACTIC-HF Studie (Global Approach to Lowering Adverse Cardiac Outcomes Through Improving Contractility in Heart Failure) konnte das Herzmittel das Risiko für herz- oder kreislaufbedingte Todesfälle und anderer Komplikationen wie zum Beispiel Krankenhausaufenthalte aufgrund einer Herzinsuffizienz signifikant senken. An der Studie nahmen 8.256 Patienten aus 35 Ländern teil. Die Ergebnisse wurden jetzt auf dem virtuellen Kongress der American Heart Association (AHA) vorgestellt.

Zusätzliche Behandlungschance bei schwerer Herzschwäche

Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) waren an der Studie beteiligt und sprechen von zukunftsweisenden Ergebnissen. „Wir haben auch in Würzburg mit unseren Patienten an der GALATIC-HF-Studie teilgenommen und freuen uns über diesen Erfolg, der für schwerkranken Patienten eine zusätzliche Behandlungschance bietet,“ sagt Prof. Christoph Maack, Leiter der Translationalen Forschung am DZHI und Sprecher des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums für Herzinsuffizienz am Universitätsklinikum Würzburg.

Omecamtiv Mecarbil ist der erste Vertreter einer neuen Arzneimittelklasse, die einen neuen Wirkmechanismus besitzt. Das Medikament setzt direkt an den sogenannten kontraktilen Filamenten des Herzmuskels an, die sich verkürzen, um die Pumpkraft vergleichbar mit dem Schließen einer Faust herzustellen. Es verlängert die Zeit, die dem Herzen bei jedem Schlag zum Pumpen zur Verfügung steht und kann so die Auswurfmenge des Herzens steigern. „Omecamtiv Mecarbil zielt somit auf einen primären Defekt bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion“, erläutert Prof. Maack den neuen Therapieansatz.

 

Substanz erhöht Pumpkraft des Herzens

Dabei wird die Pumpkraft des Herzens gesteigert, ohne dass die Kalzium-Konzentration in den Herzmuskelzellen erhöht wird. Das ist wichtig, da erhöhte Kalzium-Konzentrationen den Sauerstoffverbrauch ungünstig beeinflussen und gefährliche Arrhythmien verursachen können. Aus diesem Grunde waren frühere Medikamente, die die Pumpkraft über Kalzium erhöhen, mit mehr Todesfällen behaftet. „In dieser Hinsicht stößt die GALACTIC-HF Studie eine Tür zu einer neuen Therapieform auf, die auch für zukünftige Medikamentenentwicklungen richtungsweisend sein kann“, sagt Maack.

Ein weiterer Unterschied zu anderen Herzinsuffizienz-Medikamenten ist, dass die Substanz weder den Blutdruck noch die Nierenfunktion beeinträchtigt, da sie spezifisch am Herzen wirkt. „Auch Herzinsuffizienz-Patienten mit begleitender Nierenschwäche oder niedrigem Blutdruck können damit therapiert werden“, hebt Prof. Stefan Störk, Leiter des Departments für Klinische Forschung am DZHI hervor.

Omecamtiv Mecarbil ist in Europa noch nicht zugelassen. Bei der GALACTIC-HF Studie handelte es sich um eine klinische Studie der Phase III, die zeigte, dass der neue Wirkansatz funktioniert.

Foto: © Adobe Stock/ totojang1977

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
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