. Pankreaskarzinom

Neues Medikament für fortgeschrittenen Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs hat eine ausgeprochen ungünstige Prognose. Die Europäische Kommission hat nun ein neues Medikament für die Behandlung des fortgeschrittenen Pankreaskarzinoms zugelassen, das die Überlebenszeit verlängern kann.
Pankreaskarzinom

Bauchspeicheldrüsenkrebs hat fast immer eine sehr ungünstige Prognose

Bauchspeicheldrüsenkrebs weist die niedrigsten Überlebensraten aller Krebserkrankungen auf und ist die vierthäufigste Krebstodesursache. Das Problem: Die Tumore wachsen aggressiv und bilden früh Metastasen. Gleichzeitig verursacht Bauchspeicheldrüsenkrebs in frühen Stadien oft keine oder nur unspezifische Symptome, sodass er häufig erst spät entdeckt wird. Die einzige Heilungschance ist eine frühzeitige Entfernung der Bauchspeicheldrüse und von Teilen der angrenzenden Organe. Chemo- und Strahlentherapien haben in der Behandlung von Pankreastumoren hingegen nur eine unterstützende Funktion.

Onivyde verlängert Gesamtüberleben bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Nun hat die Europäische Kommission das Medikament Onivyde® (pegyliertes liposomales Irinotecan) in Kombination mit 5-Fluorouracil und Leucovorin zur Behandlung des metastasiertem Adenokarzinoms der Bauchspeicheldrüse zugelassen. Onivyde ist für erwachsene Patienten vorgesehen, die zuvor mit einer Gemcitabin-basierten Chemotherapie behandelt wurden. In klinischen Studien überlebten Patienten, die mit Onivyde in Kombination mit Fluorouracil und Leucovorin behandelt wurden, durchschnittlich 6,1 Monate, während Patienten, die nur Fluorouracil / Leucovorin erhielten, bereits nach durchschnittlich 4,2 Monaten verstarben. Die Ergebnisse zeigten auch, dass die mit der Kombination behandelten Patienten ein verzögertes Tumorwachstum aufwiesen.

Neutropenie und Durchfall als Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen bei der Behandlung mit Onivyde waren Neutropenie (ungewöhnlich niedriges Niveau an weißen Blutkörperchen), Durchfall, Fatigue, Übelkeit und Erbrechen. Auch Entzündungen im Mund (Stomatitis) traten auf. In wenigen Fällen kam es aufgrund der Neutropenie zum Tod durch eine Sepsis.

Die Fünf-Jahres-Überlebensrate beim Pankreaskarzinom liegt Untersuchungen zufolge bei etwa drei Prozent, und das durchschnittliche Gesamtüberleben nach Diagnose beträgt weniger als ein Jahr. Die einzige therapeutische Option mit Chance auf Heilung ist die chirurgische Resektion im Frühstadium, die das Fünf-Jahres-Überleben um etwa zehn Prozent verbessert. Beschwerden, die auf Bauchspeicheldrüsenkrebs hinweisen können, sind unter anderem Bauchschmerzen, Gewichtsverlust, Gelbsucht und Fettstuhl. Auch Diabetes kann in Folge der Erkrankung auftreten.

Foto: © lom123 - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Bauchspeicheldrüsenkrebs

Weitere Nachrichten zum Thema Bauchspeicheldrüsenkrebs

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
In Europa sind mehr als zehn Millionen Menschen von einer sozialen Angststörung betroffen. Die Ergebnisse der aktuellen Forschungen zur Frage, welche Therapien am besten wirken, haben nun Mediziner der Universität Gießen zusammengetragen.
Rein statistisch leben Kaffeetrinker etwas länger als Personen, die üblicherweise keinen Kaffee trinken. Ob es einen kausalen Zusammenhang gibt, ist unklar. Klar scheint jetzt aber, dass das beliebte Heißgetränk das Krebsrisiko nicht erhöht.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin, Akademisches Lehrkrankenhaus, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.