Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
23.04.2018

Neues Lupus-Medikament: nicht immunsuppressiv, weniger Nebenwirkungen

LupuzorTM ist das erste nicht immunsuppressive Medikament gegen Lupus. Nun liegen vielversprechende Daten aus der klinischen Phase III Studie vor. Eine Marktzulassung gilt noch in diesem Jahr als wahrscheinlich.
Neue Therapie gegen Lupus: LupuzorTM steht kurz vor der Markteinführung

Neue Therapie gegen Lupus: LupuzorTM steht kurz vor der Markteinführung

Lupus-Patienten können auf ein neues Medikament hoffen: Die klinische Phase-III-Studie zu LupuzorTM wurde gerade erfolgreich abgeschlossen. Das ist die letzte Phase vor einer Marktzulassung. LupuzorTM, das auch unter den Bezeichnungen Rigerimod, IPP-201101 und P140 bekannt ist, wirkte in der Studie bei knapp 70 Prozent der Patienten in Verbindung mit Basismedikamenten. Da auch knapp 60 Prozent der Patienten, die mit einem Placebo und den Basismedikamenten behandelt wurden, positiv reagierten – hat sich LupuzorTM zwar nicht als überlegen, aber als genauso wirksam erwiesen.

Überlegen bei den Nebenwirkungen

Überlegen war der neue Wirkstoff jedoch bei der Sicherheit:  In der Studie trat keine schwerwiegende Nebenwirkung auf, wie sie bei Standardmedikamenten beobachtet werden. Zudem zeigte LupuzorTM bei Patienten, die Anti-dsDNA-Autoantikörper aufwiesen, eine Ansprechrate von 61,5 Prozent – im Gegensatz zu 47,3 Prozent der Patienten, die nur ein Placebo erhielten. 

Lupus ist eine unheilbare Autoimmunkrankheit, bei der das körpereigene Immunsystem gesundes Gewebe angreift. Bisherige Therapien unterdrücken das Immunsystem bzw. hemmen überstimulierter B-Zellen. Der neue Wirkstoff LupuzorTM unterdrückt dagegen nur CD4T-Zellen, bevor diese die Lupus verursachenden B-Zellen überstimulieren können. So wird Lupus gestoppt, während gesunde Abwehrmechanismen intakt bleiben. Wissenschaftler sprechen darum von einem Immunmodulator.

 

Martkeinführung 2018 geplant

Die klinische Phase-III-Studie wurde Ende Dezember 2015 mit einem Patienten in den USA begonnen und später auf Europa ausgeweitet. Insgesamt nahmen 202 Patienten teil, die in zwei Gruppen unterteilt waren: die erste Gruppe erhielt LupuzorTM und die zweite Gruppe ein Placebo. Alle Patienten nahmen zusätzlich weitere Medikamente ein wie Steroide, Malariamedikamente, Methotrexate usw.

LupuzorTM wurde vom Forscherteam um Sylviane Muller vom Labor für Immunpathologie und therapeutische Chemie des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung CNRS entwickelt und wurde bereits vom Unternehmen ImmuPharma Frankreich in klinischen Studien der Phasen I und II erfolgreich getestet. Aufgrund der positiven Studienergebnisse der Phase III will der Hersteller nun rasch die Zulassung beantragen. Die Markteinführung in den USA und fünf EU-Ländern ist für 2018 vorgesehen.

Foto: © auremar - Fotolia.com

Foto: ©auremar - stock.adobe.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Autoimmunerkrankungen , Arzneimittel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lupus

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Der Anteil der jungen Frauen, die mit der Anti-Baby-Pille verhüten, geht immer weiter zurück. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach bekam im vergangenen Jahr nur noch ein Drittel der 14- bis 19-Jährigen das hormonelle Verhütungsmittel verschrieben.

Eine Kohlenmonoxid-Vergiftung kann rasch zum Tod führen. Die Vergiftung kann aber auch schleichend verlaufen. Betroffene haben anfangs grippeähnliche Symptome, im Verlauf kann es schweren gesundheitlichen Schäden wie Herzinfarkten, Lähmungen bis hin zu Psychosen kommen. Mit dem Beginn der Kaminsaison warnen Experten nun vor den Gefahren.

 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin