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09.09.2021

Neues Ablationsverfahren gegen Vorhofflimmern

Vorhofflimmern kann mit einem Ablationsverfahren häufig erfolgreich behandelt werden. Ein neues Verfahren namens Elektroporation soll die Prozedurdauer für die Patienten verkürzen. Die Methode wird derzeit nur an wenigen Zentren in Deutschland eingesetzt.
Veröden mit Stromstößen: Die Elektroporation ist ein neues Ablationsverfahren zu Behandlung von Vorhofflimmern

Veröden mit Stromstößen: Die Elektroporation ist ein neues Ablationsverfahren zu Behandlung von Vorhofflimmern

Mit 1,5 Millionen Betroffenen gehört Vorhofflimmern zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen in Deutschland. Unbehandelt kann die Erkrankung zu Schlaganfällen führen, weil das Blut in den Vorhöfen verklumpt. Patienten müssen deshalb immer Blutverdünner einnehmen. Es sei denn, sie kommen für ein Ablationsverfahren in Frage. Mit den Verödungsverfahren kann das Leiden oft abgestellt werden.

Verödung kann Vorhofflimmern oft stoppen

Die Erkrankung äußert sich meist durch Herzrasen, weil ungerichtete elektrische Erregungen des Herzens zu arrhythmischen Bewegungen der Herzkammerwände führen. Spezialisten im Herzkatheterlabor spüren die krankmachenden Erregungsherde im Herzgewebe auf und veröden diese. Bisher wurden die Hochfrequenz- oder Kryoablation eingesetzt, bei denen mit Wärme bzw. Kälte die rhythmusstörenden Impulse im Herzgewebe behandelt werden.

 

Elektroporation dauert kürzer

Vor kurzem ist die sogenannte „Elektroporation“ oder auch „Pulsed Field Ablation“ hinzugekommen. Hierbei wird der gleiche Effekt durch das gezielte Einbringen kleiner Poren in die Zellmembran erreicht. „Positiver Nebeneffekt dieser neuen nicht-thermischen Verödungsmethode ist es, dass das umliegende Nervengewebe geschont wird“, sagt Prof. Philipp Sommer von der Klinik für Elektrophysiologie am Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen und Lehrstuhlinhaber für Rhythmologie an der Ruhr-Universität Bochum. „Mit kurzen, pulsierenden Stromstößen können vielmehr winzig kleine Löcher so rasch eingebracht werden, dass die Verödungsprozedur weniger Zeit in Anspruch nimmt bei noch dazu sehr niedriger Komplikationsrate.“

Weniger Rückfälle erwartet

Der Spezialist für Herzrhythmusstörungen ist außerdem zuversichtlich, dass Patienten sich seltener dem Eingriff erneut ein zweites oder drittes Mal unterziehen müssen. Bisher liegt die Rückfallrate bei 10 bis 15 Prozent. „Wir hoffen die Rezidivrate mittels der Elektroporation zukünftig weiter senken zu können.“

Das neue Ablationsverfahren ist CE-zertifiziert und wird in Deutschland bisher nur in wenigen großen klinischen Zentren angewendet. Das Team von Sommer, das jährlich rund 1500 Ablationen durchführt setzt die Elektroporation seit August ein.

Foto: © Adobe Stock/ chanawit

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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