. Meta-Analyse

Neuer Zusammenhang zwischen Krebs und Ernährung aufgedeckt

Die Überlebenszeit von Krebspatienten hängt nicht unwesentlich von der Ernährung ab. Zu diesen Erkenntnissen sind Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) gelangt, nachdem sie mehr als 100 Beobachtungsstudien durchgeforstet haben.
Ernährung hat einen Einfluss auf die Sterblichkeit bei Krebs – im guten wie im schlechten

Ernährung hat einen Einfluss auf die Sterblichkeit bei Krebs – im guten wie im schlechten

Menschen mit Krebs leben heute immer länger. Verglichen mit den 1980er Jahren hat sich das Sterbealter von Krebspatienten um rund drei Jahre erhöht. Heute liegt das durchschnittliche Sterbealter bei 73 Jahren. Doch Menschen, die sich ungesund ernähren, scheinen seltener von diesem Fortschritt zu profitieren. Das legt eine Meta-Analyse des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) nahe, in der alle weltweit in Frage kommenden Studien systematisch ausgewertet wurden. In den 117 Beobachtungsstudien waren die Ernährungsgewohnheiten von insgesamt 209.597 Personen sowohl vor als auch nach der Krebsdiagnose erfasst.

Alle weltweit in Frage kommenden Studien gesichtet

Die Ergebnisse zeigen: Personen, die sich vor oder auch nach der Krebserkrankung von der sogenannten Western-Diät ernährten, hatten ein um bis zu 50 Prozent erhöhtes Risiko, frühzeitig zu sterben. Als Western-Diät werden Lebensmittel bezeichnet, die viel gesättigte Fette, Zucker und Salz enthalten und zudem industriell verarbeitet sind, etwa Wurstwaren, Pommes Frites oder Toastbrot. Am schlechtesten schnitten in der Datenanalyse Brust- und Dickdarmkrebs-Patienten ab. Bei ihnen scheint eine ungesunde Ernährung besonders oft zu einem verfrühten Tod zu führen.  

 

Alkohol senkt, Mittelmeerdiät erhöht Lebenserwartung

Mit Blick auf einzelne Lebensmittel wirkte sich Alkohol am ungünstigsten auf die Lebenserwartung aus. Dies galt insbesondere für Krebsüberlebende, die an Leberkrebs, Speiseröhrenkrebs und Tumoren im Kopf-Hals-Bereich erkrankt waren. Die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall erhöhte sich nach aktueller Studienlage durch den vermehrten Alkoholkonsum zudem auf 17 bis 31 Prozent.

„Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine ungesunde Ernährungsweise die Lebenserwartung relativ stark beeinflusst“, erläutert Studienleiter Lukas Schwingshackl vom DIfE. Dies gelte auch umgekehrt. „Auf der anderen Seite sehen wir, dass als gesund angesehene Lebensmittel sowie Ernährungsweisen die Lebenszeit bei Krebsüberlebenden verlängern können“, so der Ernährungswissenschaftler weiter. So lebten der Studie zufolge zum Beispiel Menschen länger, die eine so genannte Mittelmeer-Diät mit viel Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Fisch zu sich nahmen.

Basierend auf ihren Daten sprechen die DIfE- Wissenschaftler eine eindeutige Empfehlung aus: Ehemalige Krebspatienten sollten ungesunde Lebensmittel unbedingt meiden.

Die Studienergebnisse sind kürzlich im Fachmagazin „Nutrition Reviews“ erschienen. 

Foto: AOK Mediendienst

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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