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14.12.2016

Neuer Wirkstoff gegen neuropathische Schmerzen entdeckt

Berliner Forscher haben einen neuen Wirkstoff gegen neuropathische Schmerzen gefunden. Das Mittel wurde bislang nur an Mäusen getestet, könnte aber auch beim Menschen funktionieren.
Neuropathische Schmerzen unterdrücken: Neure Wirkstoff hemmt gezielten einen Ionenkanal

Neuropathische Schmerzen unterdrücken: Neure Wirkstoff hemmt gezielten einen Ionenkanal

Nervenverletzungen oder Erkrankungen wie die diabetische Neuropathie können heftige Schmerzen auslösen. Wissenschaftler vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) und der Charité ist es gelungen, diese Schmerzen bei Mäusen auszuschalten. Dafür haben sie 35.000 potenzielle Wirkstoffe in der benachbarten Screening-Unit am FMP gescreent und schließlich eine chemische Substanz gefunden, die das Schmerzempfinden weitgehend unterdrückt. Die Substanz nennt sich OB-1 und ist offenbar in der Lage, einen Ionenkanal im Nervensystem zu hemmen, der verantwortlich ist für die Wahrnehmung leichten mechanischen Drucks ist. Nach Verletzungen führt eine Aktivierung dieses Kanals auch zu neuropathischen Schmerzen.

Wirkstoff muss für medizinische Behandlung weiterentwickelt werden

Die Methode könnte auch beim Menschen funktionieren, ist Forschungsgruppenleiter Prof. Gary Lewin vom MDC überzeugt. Allerdings müsse der Wirkstoff weiterentwickelt werden, um eines Tages an Menschen getestet zu werden. Doch der Forscher ist zuversichtlich, dass diese klappen wird. „Irgendwann wird die Substanz bereit sein für Studien an menschlichen Probanden“, sagt Lewin. „Wenn diese ebenso positiv reagieren, wäre das ein großer Schritt zur Behandlung einer Nervenerkrankung, die die Lebensqualität vieler Menschen derzeit sehr stark einschränkt.“

 

Andere Sinneswahrnehmungen bleiben erhalten

In den Experimenten spritzten die Wissenschaftler den Wirkstoff den kleinen Nagern in die Pfote. Das Verhalten der Tiere zeigte, dass der Schmerz anschließend verschwunden war. Andere Sinneswahrnehmungen wurden dagegen nicht eingeschränkt. „Soweit wir bisher sagen können, beeinflusst die Substanz nur eine ganz spezielle Art von Rezeptoren und dämpft die Wahrnehmung von Schmerzreizen so, dass andere, für das Tier wichtige Signale nicht beeinträchtigt werden“, erläutert Lewin. Das sei ein großer Vorteil gegenüber Anästhetika, denn sie blockierten alle Funktionen mechanorezeptiver Nervenendigungen, so dass eben nicht nur der Schmerz, sondern auch andere, wichtige Reizwahrnehmungen unterdrückt würden.

Die Arbeit ist soeben im Fachmagazin Nature Neuroscience erschienen. 

Foto:  © psdesign1 - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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