. Atopische Dermatitis

Neuer Wirkstoff gegen Neurodermitis zugelassen

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat einen neuen Wirkstoff gegen Neurodermitis zugelassen. Der Antikörper Dupilumab hilft bei mittleren bis schweren Symptomen.
Salbe

Der Antikörper Dupilumab wirkt gegen Neurodermitis. Er ist jetzt in der EU zugelassen.

Dupixent ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis. Die EMA hat es jetzt für den europäischen Markt zugelassen. Der darin enthaltene Wirkstoff Dupilumab ist ein Antikörper, der die Rezeptoren für die Proteine Interleukin 4 und Interleukin 13 blockiert. Patienten mit atopischer Dermatitis produzieren hohe Spiegel dieser Proteine, die am Krankheitsgeschehen beteiligt sind. Dabei wird ein Teil des Immunsystem überaktiviert. Die Haut entzündet sich ohne erkennbaren Anlass, wird rot, trocken, rissig und juckt.

Drei große Studien mit mittel bis schwer an Neurodermitis erkrankten Erwachsenen zeigten, dass Dupixent effektiver ist als ein Placebo, um Ausmaß und Schweregrad der atopischen Dermatitis zu reduzieren. An der ersten Studie nahmen 740 Probanden teil, die Dupixent oder ein Placebo, beides in Kombination mit einem äußerlich angewendeten, entzündungshemmenden Kortikosteroid, erhielten. In zwei weiteren Studien mit insgesamt 1.379 Patienten wurden nur Dupixent und ein Placebo verwendet.

Nach 16 Wochen waren Ekzeme deutlich zurückgegangen

Ergebnis der ersten Studie: Nach 16 Wochen Behandlung war bei 39 Prozent der Patienten in der Dupixent-Gruppe die Ekzem-Schwere und -Ausdehnung deutlich zurückgegangen. In der Placebo-Gruppe war dies nur bei 12 Prozent der Fall. Nimmt man die zwei weiteren Studien dazu, trat eine zureichende Heilung bei insgesamt 37 Prozent der mit Dupixent behandelten Patienten auf, bei den mit Placebo behandelten waren es nur 9 Prozent.

Dupixent ist verfügbar als Injektionslösung, die 300 mg Dupilumab enthält und in den Oberschenkel oder den Bauch gespritzt wird. Die erste Dosis sieht zwei Injektionen vor, dann folgt eine Injektion alle zwei Wochen.

 

Neuer Wirkstoff gegen Neurodermitis zugelassen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen des neuen Wirkstoffes gegen Neurodermitis zählen Reaktionen an der Einstichstelle (Rötung, Schwellung, Juckreiz), Konjunktivitis (rote, juckende Augen mit klebrigem Eiter), Blepharitis (Entzündung des Lidrandes) und Lippenherpes. Im Verhältnis zur Wirksamkeit seien die Nebenwirkungen aber überschaubar, urteilte die Arzneimittelbehörde. Die Vorteile seien größer als die Risiken, daher habe sie Dupilumab zugelassen.

Dupixent ist verschreibungspflichtig, die Behandlung sollte von einem Mediziner begonnen werden, der Erfahrung in der Diagnose und Behandlung atopischer Dermatitis hat, so die EMA in einer Mitteilung. Im Anschluss können die Patienten sich die Spritze selbst setzen, oder ein Betreuer übernimmt das. Wenn sich die Haut-Probleme nach 16 Wochen nicht verbessert haben, sollte der Arzt die Behandlung abbrechen.

Mit Nemozilumab ist derzeit ein weiteres Medikament in der Pipeline: Es muss noch in Studien getestet werden - und soll vor allem den quälenden Juckreiz lindern.

Foto: ulrich/fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Haut
 

Weitere Nachrichten zum Thema Neurodermitis

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Mückenstiche sind in der Regel harmlos. Quälend kann allerdings der daraus resultierende Juckreiz sein. Verschiedene Hausmittel und Salben können dann helfen. Das Wichtigste ist, nicht an der betroffenen Stelle zu kratzen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.