Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
10.01.2020

Neuer Wirkstoff gegen Migräne zugelassen

Ein neuer Wirkstoff gegen Migräne wurde jetzt in den USA zugelassen: Ubrogepant. Damit können Erwachsene mit akuter Migräne behandelt werden.
migräne, kopfschmerzen, migräne-anfall

Ein neuer Wirkstoff aus der Klasse der Gepante soll bei Migräne-Attacken helfen

Ein neuer Wirkstoff gegen Migräne wurde jetzt in den USA zugelassen: Ubrogepant (Handelsname Ubrelvy). Er wird als Tablette eingenommen. Damit können jetzt Erwachsene mit akuter Migräne behandelt werden.

Es handelt sich um einen CGRP-Blocker, der auf das Calcitonin-Gene-Related-Peptide zielt. Das spielt eine wichtige Rolle in der Pathophysiologie der Migräne. Zwei Phase-III-Studien belegten die Wirksamkeit des neuen Wirkstoffs gegenüber Placebo.

Ein Fünftel nach 2 Stunden schmerzfrei

An Achieve I nahmen insgesamt 1.672 Migränepatienten teil, Durchschnittsalter 40.5 Jahre, 88.2 Prozent Frauen. Sie erhielten bei einem mittleren oder schweren Migräneanfall entweder 50 mg Ubrogepant oder 100 mg Ubrogepant oder Placebo. Zwei Stunden nach der Medikamenten-Gabe errreichten 19,2 Prozent der Patienten in der 50-mg-Ubrogepant-Gruppe, 21,2 Prozent der Patienten in der 100-mg-Ubrogepant-Gruppe und 11,8 Prozent der Patienten in der Placebogruppe Schmerzfreiheit.

Nach 2 Stunden hatten 38,6 Prozent, 37,7 Prozent und 27,8 Prozent der Patienten keine sonstigen störenden Symptome wie Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Geräuschempfindlichkeit mehr. Innerhalb von 48 Stunden berichteten insgesamt 12,9 Prozent der Patienten über unerwünschte Nebenwirkungen, die häufigsten waren Übelkeit, Benommenheit und Mundtrockenheit, die am ehesten in der 100-mg-Gruppe auftraten.

 

Störende Begleitsymptome bei fast 40 Prozent verschwunden

An Achieve II nahmen insgesamt 1.465 Patienten teil, die mit Ubrogepant 50 mg, 25 mg oder Placebo behandelt wurden. Zwei Stunden nach der Einnahme berichteten 21,8 Prozent der 50-mg-Gruppe, 20,7 Prozent der 25-mg-Gruppe und 14,3 Prozent in der Placebogruppe über Schmerzfreiheit.

Ebenso zwei Stunden nach der Einnahme waren die störendsten Symptome verschwunden bei 38,9 Prozent in der 50-mg-Gruppe und 34,1 Prozent in der 25-mg-Gruppe. Der Abstand zur Placebo-Gruppe betrug 11,5 beziehungsweise 6,7 Prozent, damit war der Unterschied nur bei der 50-mg-Gruppe signifikant.

Neuer Wirkstoff gegen Migräne

Der neue Wirkstoff gegen Migräne aus der Klasse der Gepante könnte eine Option sein für Patienten, bei denen herkömmliche Schmerzmittel oder Triptane nicht wirken, schlecht vertragen werden oder kontraindiziert sind. Die entsprechenden Studien wurde in den Fachmagazinen JAMA und NEJM veröffentlicht.

Auf CGRP beziehungsweise den CGRP-Rezeptor zielen auch drei Antikörper, die in Deutschland bereits zur Prophylaxe der Migräne zugelassen sind. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat Erenumab, Fremanezumab und Galcanezumab in die S1-Leitlinie Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne aufgenmmen. Sie werden nicht oral eingenommen sondern injiziert.

Foto: goodluz/adobe.com

Foto: ©goodluz - stock.adobe.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Migräne
 

Weitere Nachrichten zum Thema Migräne

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
In Israel gelten nur noch Personen mit dritter Impfung als vollständig geimpft. Und tatsächlich sinken die Fallzahlen im Land. Das Vorgehen ist jedoch wissenschaftlich umstritten.


Saubere Hände sind nicht nur in der Corona-Pandemie wichtig. Zahlreiche Erkrankungen lassen sich mit gründlicher Händehygiene vermeiden: Erkältungen, Magen-Darm-Probleme – und sogar Wurm-Erkrankungen. Mit kreativen Ideen kann man Kinder dazu motivieren, dass Hände waschen für sie in bestimmten Situationen des Alltags zum festen Ritual wird.
 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin