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Neuer Wirkstoff gegen Borreliose entdeckt

Dienstag, 19. Oktober 2021 – Autor:
Forscher haben im Erdboden eine Antibiotikum entdeckt, das gezielt die Auslöser der Borreliose beseitigt. Über den neuen Wirkstoff berichten sie im Fachmagazin Cell.
Durch einen Zeckenbiss kann es zu einer Borreliose-Infektion kommen

– Foto: Adobe Stock/Andriano_cz

Ein Team von Forschern der Northeastern University in Bostin und der University of Oklahoma hat im Erdboden ein Antibiotikum entdeckt, das ausschließlich die Auslöser der Borreliose beseitigt. Verursacht wird die Erkrankung durch das Bakterium Borrelia burgdorferi, das durch den Biss einer infizierten Zecke übertragen wird. Über den neuen Wirkstoff berichten sie im Fachmagazin Cell.

Etwa 80 Prozent der an Borreliose Erkrankten entwickeln drei bis 30 Tage nach dem Biss einen Ausschlag (Wanderröte oder Erythema migrans) um oder in der Nähe der Bissstelle. Obwohl eine frühzeitige antibiotische Behandlung bei den meisten Patienten wirksam ist, leiden etwa 10 bis 20 Prozent der Patienten noch über sechs Monate nach der Therapie an Symptomen wie Müdigkeit, Muskelschmerzen und kognitiver Beeinträchtigung.

Neuer Wirkstoff gegen Borreliose entdeckt

Dazu kommt: Die derzeit zur Behandlung der Lyme-Borreliose eingesetzten Antibiotika weisen ein breites Spektrum mit deutlichen Auswirkungen auf das menschliche Darmmikrobiom auf und können bei Nicht-Zielbakterien Resistenzen erzeugen.

Der neue Wirkstoff gegen Borreliose wurde bei einem Screening von Bodenmikroorganismen entdeckt - eine hochselektive Verbindung gegen die Bakterien-Gruppe der Spirochäten, zu denen B. burgdorferi zählt. Es handelt sich um Hygromycin A, ein bereits bekanntes antimikrobielles Mittel, das von Streptomyces hygroscopicus produziert wird.

 

Infektion bei Mäusen wurde restlos beseitigt

Antibiotika-Forscherin Prof. Helen I. Zgurskaya: "Hygromycin A zielt auf die Ribosomen ab. Unsere Daten zeigten, dass dieses Antibiotikum von B. burgdorferi effizient aufgenommen wird. Hygromycin A beseitigte die B. burgdorferi-Infektion bei Mäusen, einschließlich Tieren, die die Verbindung als Köder aufgenommen hatten und war weniger störend für das fäkale Mikrobiom als klinisch relevante Antibiotika."

Nach der Infektion von Mäusen mit B. burgdorferi wurde Hygromycin A fünf Tage lang zweimal täglich verabreicht. Mithilfe eines PCR-Tests konnte nachgewiesen werden, dass die Behandlung jede Spur der Infektion austilgt. Auch In-Vitro-Tests an menschlichen Zellen verliefen positiv.

Fazit der Forscher: Diese Entdeckung verspricht ein besseres Therapeutikum für die Behandlung der Borreliose und könnte Ausrottung etwa in Form von Ködern ermöglichen.

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Borreliose , Zecken , Antibiotikaresistenzen
 

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