. Gehirntumor

Neuer Therapieansatz für Glioblastom?

Das Glioblastom ist ein bislang unheilbarer Krebs. Ein Team von kanadischen Forschern hat einen Mechanismus bei der Entstehung dieses Gehirntumors entdeckt, der einen möglichen Ansatz für die Entwicklung einer Therapie liefern könnte.
CT-Aufnahme des Gehirns

Bestimmte Gen-Mutation ist an der Entstehung eines Glioblastoms beteiligt

Das Glioblastom ist eine der tödlichsten Krebs-Arten, es ist resistent gegen Bestrahlung, Chemotherapie und mit einer Operation kaum zu entfernen, da er sich im Gehirn rasch und netzwerkartig ausbreitet. Die meisten Patienten, mit diesen Hirntumoren leben nach der Diagnose nur noch wenige Monate, sagt die Onkologin Dr. Arezu Jahani-Asl.

In der von ihr geleiteten Studie, die im Fachmagazin Nature Neuroscience veröffentlicht wurde, zeigte sie, dass eine Mutation des Gens für den Oncostatin M-Rezeptor (OSMR) erforderlich für die Bildung von Glioblastom-Tumoren ist. Das Team entnahm 339 Tumorproben aus dem Gehirn von Glioblastom-Patienten. Je höher die OSMR-Expression war, desto schneller starb der Patient.

Glioblastom: Oncostatin M-Rezeptor spielt eine Rolle

In Maus-Studien wurden den Tieren menschliche Tumor-Stammzellen injiziert. Die Tiere, die Zellen mit niedriger OSMR-Expression erhielten, lebten 30 Prozent länger als diejenigen, die Tumorstammzellen mit normaler OSMR-Expression erhielten.

Eine einzige Tumorstammzelle, die nach einer Operation zurückbleibt, hat beim Glioblastom die Fähigkeit, einen neuen Tumor zu bilden. Wenn der OSM-Rezeptor in der Zelle blockiert wurde, konnte sich im Maus-Versuch aber kein neuer Tumor bilden. Ko-Autor Dr. Michael Rudnicki: „Es bedeutet, dass dieses Protein ein Kernstück des Puzzles ist."

Neuer Therapieansatz für Glioblastom?

Die Forscher wussten bereits, dass eine Mutation des Gens für den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFRvIII) die Glioblastom-Bildung fördert. Die Forscher stellten nun fest, dass EGFRvIII nur in Verbindung mit OSMR tumorbildende Signale aussandte.

"Der nächste Schritt ist es, Moleküle oder Antikörper zu finden, die OSMR herunterfahren oder daran hindern, mit EGFR in Wechselwirkung zu treten“, sagt Dr. Jahani-Asl. Doch bis zur Entwicklung eines Medikamentes oder der Anwendung beim Menschen werden noch viele Jahre vergehen.

Foto:  sudok1

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Glioblastom

Weitere Nachrichten zum Thema Glioblastom

| In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 7.000 Menschen an einem Hirntumor, bei mehr als der Hälfte liegt ein Glioblastom vor. Bis heute ist die Erkrankung des zentralen Nervensystems unheilbar. Doch es gibt Fortschritte in der Diagnostik und Therapie. Die wichtigsten Fakten und neuesten Erkenntnisse zum Glioblastom finden Sie hier.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Schweizer Forscher haben ein Frühwarnsystem für die vier häufigsten Krebsarten entwickelt. Das Modell erzeugt einen künstlichen Leberfleck auf der Haut, sobald sich ein bestimmter Biomarker im Blut ändert. Klinisch wurde das „biomedizinische Tattoo“ allerdings noch nicht getestet.
Um das Personalproblem in der Pflege zu lösen, muss der Beruf vor allem attraktiver werden – darin sind sich alle Experten einig. Die Charité plant nun einen neuen Pflege-Studiengang, der dazu beitragen soll, die Qualität in der Pflege zu verbessern und mehr Menschen für den Beruf zu begeistern.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Maritim proArte Hotel Berlin, Friedrichstraße 150-153, 10117 Berlin
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.