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13.10.2018

Neuer Schutz vor oxidativem Stress entdeckt

Oxidativer Stress in unseren Zellen beschleunigt das Altern und verringert die Lebenserwartung. Zink scheint eine schützende Funktion zu haben, wenn das Spurenelement mit bestimmten Lebensmitteln zum Beispiel Schokolade kombiniert wird. Das hat ein deutsch-amerikanisches Forscherteam jetzt herausgefunden.
Schutz, oxidativer Stress

Soll vor oxidativem Stress schützen: Kaffee und eine Portion Zink

Wie schnell wir altern, hängt ganz maßbeglich von oxidativem Stress in unseren Zellen ab. Aber wie kann man sich davor schützen? Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg haben zusammen mit US-amerikanischen Kollegen nun etwas entdeckt, das uns sogar schmecken könnte: In Wein, Kaffee, Tee und Schokolade steckt eine Komponente namens Hydrochinon, die zusammen mit dem Spurenelement Zink einen natürlichen Schutz gegen Superoxid bildet. Dieses Zwischenprodukt der menschlichen Zellatmung schädigt körpereigene Biomoleküle wie Proteine oder Fette sowie das Erbgut. Superoxid ist also der Übeltäter bei oxidativem Stress.

Molekül gegen oxidativen Stress wird aktiviert

„Hydrochinon allein ist nicht in der Lage, Superoxid abzubauen“, sagt Forscherin Ivana Ivanović-Burmazović von der Universität Erlangen-Nürnberg. Verbinden sich allerdings Zink und Hydrochinon, entstehe ein Metallkomplex, der ein Superoxid-Dismutase-Enzym (SOD) nachahme. „Ein solches Enzym schützt den Körper vor den Zersetzungsprozessen, die durch die Oxidation hervorgerufen werden. Es wirkt folglich antioxidativ. Auf diese Weise können das Superoxid verstoffwechselt und Schäden am Organismus verhindert werden: Oxidativer Stress wird vermieden“, so die Professorin für Bioanorganische Chemie weiter.

Dass dieses Enzym ganz ohne Übergangsmetalle wie Mangan, Eisen, Kupfer oder Nickel nachgebildet wird, freut die Forscher. Diese Metalle könnten zwar ebenfalls antioxidativ wirken, aber bei einer zu hohen Dosis befördern sie sogar den oxidativen Stress. Den Forschern zufolge ist Zink ist weit weniger toxisch und darum für neue Medikamente weitaus besser geeignet.

 

Gibt es bald einen Zink-Zusatz in Schokolade?

Chemikerin Ivanović-Burmazović schwebt noch ein weiteres Einsatzgebiet vor: Man könnte Nahrungsmittel, die von Natur aus Hydrochinon enthalten, mit Zink versetzen. „Es ist durchaus möglich, dass es irgendwann mit Zink versetzten Wein, Kaffee, Tee oder Schokolade gibt“, betont sie. Jeglicher Alkoholgehalt mache jedoch die positiven Wirkungen dieser Kombination zunichte. Aber ein Zinkzusatz in Kaffee, Kakao und Schokolade sei sicher ein guter Schutz vor oxidativem Stress und habe das Zeug, um die Gesundheit der Konsumenten zu fördern.

Die Arbeit ist jetzt im Fachblatt „Nature Chemistry“ erschienen.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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