. Zulassungsstudie

Neuer Antikörper verspricht längeres Überleben bei multiplem Myelom

Mit dem Antikörper Elotuzumab bleiben Patienten mit multiplem Myelom deutlich länger progressionsfrei. Das zeigt die internationalen Phase III-Studie „Eloquent-2“. Der Antikörper steht nun kurz vor der Zulassung.
Neuer Antikörper verspricht längeres Überleben bei multiplem Myelom

Spezialisten für das Multiple Myelom: Phase III-Studie bestätigt die Wirksamkeit des Antikörpers Elotuzumab

Antikörper-Therapien sind bereits bei verschieden Krebserkrankungen etabliert. Mit Elotuzumab steht nun erstmals für das multiple Myelom ein maßgeschneiderter Antikörper zur Verfügung. Vorläufige Daten der Phase III-Studie „Eloquent-2“ sind so vielversprechend, dass Experten mit einer baldigen Zulassung rechnen. Laut der aktuellen Studie kann mit Elotuzumab das Risiko für ein weiteres Fortschreiten der Krankheit und das Sterberisiko um 30 Prozent verringert werden – und das bei äußerst geringen Nebenwirkungen. Mehr als 600 Menschen, die auf sonstige Therapien nicht angesprochen hatten oder bei denen die Krankheit wiedergekehrt war, haben sich an der Studie beteiligt.

Elotuzumab ist maßgeschneidert für das Multiple Myelom

„Elotuzumab ist der erste monoklonale Antikörper, für den in Kombination mit Lenalidomid/Dexamethason in einer großen Phase-3-Studie ein Nutzen für das progressionsfreie Überleben gezeigt werden konnte“, sagte Prof. Dr. Lional Sagar von der Emory University School of Medicine in Atlanta (USA), beim diesjährigen Jahreskongress der ASCO in Chicago.

Der neue Antikörper geht zweifach gegen die bösartigen Myelomzellen vor: Zum einen schädigt er die Zellen direkt, zum anderen stimuliert er natürliche Killerzellen des Immunsystems und lockt sie zu den Myelomzellen, damit sie diese zerstören. Dafür setzt sich der Antikörper auf der Oberfläche der Krebszellen fest.

 

Hoffnung auf baldige Zulassung

„Wir hoffen auf eine baldige allgemeine Zulassung durch die Behörden in den USA und Europa“, sagt Prof. Hermann Einsele von der Medizinischen Klinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) und Co-Autor der Studie. „In der Übergangsphase zwischen der erfolgreichen Studie und der Zulassung stellt die Herstellerfirma das Medikament den beteiligten Krankenhäusern schon für einzelne Patienten zur Verfügung. So rechnen wir damit, dass wir noch in diesem Sommer weitere Myelompatienten mit dem so viel versprechenden Antikörper am Uniklinikum Würzburg therapieren können“, so der Krebsexperte weiter.

Das multiple Myelom ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks. Die Krankheitsverläufe sind sehr unterschiedlich, bei hoch malignen Verläufen führt die Krebserkrankung ohne Behandlung schnell zum Tod.

Foto: Uniklinikum Würzburg. Prof. Hermann Einsele (re) und PD Dr. Stefan Knop 

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Wie kann man die Überlebenschancen bei Bauchfellkrebs verbessern? Die Expertin Professor Beate Rau, Leiterin des Peritonealkarzinosezentrums der Charité, berichtet über eine neue Kombinationstherapie gegen Bauchfellkrebs und wie Patienten davon profitieren können.
 
. Weitere Nachrichten
Braunes Fett gilt als Sattmacher und Kalorienkiller. Jetzt haben Forscher herausgefunden, dass das Darmhormon Sekretin braunes Fettgewebe stimuliert. Unklar ist noch, welche Lebensmittel den Prozess in Gang setzen können.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35 10717 Berlin, Mehrzweckraum (EG)

Evangelisches Geriatriezentrum Berlin gGmbH, Reinickendorfer Straße 61, 13347 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.