Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
03.01.2019

Neuer Ansatz für die Behandlung von Haarausfall entdeckt

Forscher entdecken, warum manche Körperteile Haare haben und andere - wie Handflächen und Fußsohlen - nicht behaart sind. Das könnte neue Erkenntnisse für die Behandlung von Haarausfall liefern.
Haarausfall, Glatze, schütteres Haar, Haarverlust

Ein natürlicher Hemmstoff unterdrückt die Haarproduktion

Warum haben Menschen Haare an Armen und Beinen, aber nicht an  den Handflächen und den Fußsohlen? Dieser Frage gingen Forscher der Perelman School of Medicine der University of Pennsylvania nach.

Sie entdeckten, dass bei der Entwicklung haarloser Haut ein natürlich vorkommender Inhibitor produziert wird. Dieser blockiert einen Signalweg, der das Haarwachstum steuert. Dieser Signalweg ist auch als WNT-Weg bekannt.

Protein DKK2 blockiert das Haar-Wachstum

"Wir wissen, dass WNT-Signale für die Entwicklung von Haarfollikeln entscheidend sind. Das Blockieren verursacht haarlose Haut, das Einschalten bewirkt Haarbildung", sagte Studien-Autorin Dr. Sarah E. Millar. "In dieser Studie haben wir gezeigt, dass die Haut in haarlosen Regionen einen Inhibitor produziert, der WNT daran hindert, seine Arbeit zu erledigen", so die Forscherin in einer Pressemitteilung der Universität.

Dieser natürliche Inhibitor wird DKK2 genannt. Es handelt sich um ein Gen, das in embryonalen und adulten Geweben vorkommt, und welches das gleichnamige Protein codiert. Die Forscher testeten plantare Haut von Mäusen - ungefähr das Äquivalent der Unterseite des menschlichen Handgelenks - und fanden heraus, dass viel DKK2 produziert wurde.

 

Auf haarloser Haut begannen Haare zu sprießen

Als sie das Gen DKK2 entfernt hatten, begannen die Haare in dieser normalerweise haarlosen Hautregion zu sprießen. "WNT ist in haarlosen Regionen also immer noch vorhanden ist. Es wird nur blockiert", sagte Millar.

Einige Säugetiere wie Kaninchen und Eisbären entwickeln auch in ihrer Plantarhaut - und zwar an Pfoten und Tatzen - Haare. Die Forschergruppe fand heraus, dass DKK2 in der Haut von Kaninchen nur in geringen Mengen produziert wird. Dies erklärt, warum sich dort Haare entwickeln können.

Das deutet wiederum darauf hin, dass die Produktion von DKK2 in bestimmten Hautregionen während der Evolution verändert wurde, um haarlose oder haarige Haut je nach den Bedürfnissen des Tieres zu bilden.

Neuer Ansatz für die Behandlung von Haarausfall entdeckt

Haarfollikel entwickeln sich im fötalen Stadium, aber ihre Produktion hört nach der Geburt auf. Infolgedessen wachsen Haarfollikel nach schweren Verbrennungen oder ausgedehnten tiefen Wunden in der Haut nicht nach. Doch die Haarlosigkeit kann auch von einer Erkrankung herühren, dem krankhaften Haarausfall (Alopezie).

Nach Angaben der American Academy of Dermatology leiden mehr als 80 Millionen Menschen in Amerika an androgenetischer Alopezie, der männlichen oder weiblichen Glatze. Das Gen DKK2 könnte mit dieser Erkrankung in Verbindung steht, was es zum möglichen therapeutischen Ziel macht und damit einen neuen Ansatz für die Behandlung von Haarausfall bietet. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Cell Reports veröffentlicht.

Foto: petrik/fotolia.com

 

Weitere Nachrichten zum Thema Haarausfall

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Vor der Covid-19-Impfung Schmerzmittel einzunehmen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, ist nicht ratsam. Denn Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol könnten die Wirkung des Impfstoffs beeinflussen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln direkt nach der Impfung könnte die Immunantwort abschwächen.

Was viele sich lange wünschten, wurde unter dem Druck der Pandemie Wirklichkeit: Arbeiten im Homeoffice. Doch jetzt zeigt sich: Die neue Freiheit ist nicht immer auch gesund. Mehr als ein Drittel der Heimarbeiter klagt über Rückenschmerzen und andere Beschwerden. Auch der negative Stress wird mehr.
 
Kliniken
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin