. MET-Inhibitor Capmatinib

Neue zielgerichtete Therapie gegen metastasierten Lungenkrebs

Das metastasierte nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) ist eine besonders aggressive Form von Lungenkrebs. Mit dem MET-Inhibitor Capmatinib könnte nun bald ein vielversprechendes neues Medikament in Europa zugelassen werden. In den USA ist bereits die Zulassung erfolgt.
Der MET-Inhibitor Capmatinib ist in den USA bereits zur Behandlung bestimmter Formen von Lungenkrebs zugelassen

Der MET-Inhibitor Capmatinib ist in den USA bereits zur Behandlung bestimmter Formen von Lungenkrebs zugelassen

Eine neue Therapie gegen das metastasierte nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) kann den Krankheitsverlauf bei Patienten mit einer METex14-Mutation deutlich verbessern. Der MET-Inhibitor Capmatinib wurde bereits im Mai in den USA zugelassen, die Zulassung in Europa steht noch aus.

Grundlage für die Zulassung durch die FDA waren Daten der GEOMETRY mono-1 Studie. Die Phase-II-Studie wurde von Prof. Jürgen Wolf vom Universitätsklinikum Köln geleitet. Die Ergebnisse wurden am 3. September im renommierten New England Journal of Medicine veröffentlicht. Danach können Lungenkrebspatienten, die eine MET Exon 14 skipping Mutation (METex14) aufweisen, erfolgreich mit Capmatinib (TabrectaTM) behandelt werden.

METex14 ein prädiktiver Biomarker

Eine Aktivierung der MET-Rezeptor-Tyrosinkinase, die durch das MET-Gen kodiert wird, spielt eine wichtige Rolle bei Wachstum und Überleben von Tumorzellen. Dieses Merkmal wird bei vielen Krebsarten gefunden und kann durch verschiedene genetische Mechanismen verursacht werden. Etwa drei bis vier Prozent der Patienten mit NSCLC Lungenkrebs tragen eine solche Mutation. Im Rahmen der globalen GEOMETRY mono-1 Studie konnte METex14 jetzt als prädiktiver Biomarker für MET-gerichtete Therapien identifiziert werden.

 

Personalisierte Therapie für eine Subgruppe

„Der oft aggressive Krankheitsverlauf war mit bisherigen Therapien schlechter zu kontrollieren“, sagt Studienleiter Prof. Wolf. „Erstmals steht hier für eine weitere Subgruppe von NSCLC-Patienten eine personalisierte, wirksame und gut verträgliche Therapie zur Verfügung.“.

Die Ansprechrate bei nicht vorbehandelten Patienten mit METex14 lag in der Studie bei 68 Prozent. „Auch diese Ergebnisse bestätigen unsere Philosophie, möglichst allen Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC eine breite molekulare Diagnostik bereits vor der Erstlinienbehandlung zukommen zu lassen“, so Prof. Wolf.

Die Studie wurde von Novartis gesponsert. Das Nationale Netzwerk Genomische Medizin (nNGM) war maßgeblich daran beteiligt. Studie: Wolf et al, Capmatinib in MET Exon 14-Mutated or MET-Amplified Non-Small-Cell Lung Cancer. New England Journal of Medicine. DOI: 10.1056/NEJMoa2002787

Lungenkrebs ist die häufigste Krebstodesursache in Deutschland. Jedes Jahr erkranken fast 60.000 Menschen neu daran. Hauptrisikofaktor ist das Rauchen. Trotz verbesserter Behandlungsmöglichkeiten ist eine Heilung im metastasierten Stadium bislang nicht möglich. Das Überleben kann jedoch mitunter um viele Monate verlängert werden.

Foto: © Adobe Stock/Minerva Studio

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Lungenkrebs
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lungenkrebs

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Was bringt Yoga für die Gesundheit? Studien kommen bei dieser Frage zu unterschiedlichen Ergebnissen. Dennoch verdichten sich die Hinweise, dass Yoga insbesondere auf das Nervensystem, die Beweglichkeit und den Blutdruck positive Effekte haben kann.
Schenken macht Spaß – die meisten Menschen kennen das. Forscher konnten das sogar im MRT bestätigen und die hirnphysiologischen Grundlagen für den Zusammenhang zwischen Großzügigkeit und Glücksgefühl zeigen.
Schwangerschaftsdiabetes verläuft oft ohne nennenswerte Symptome. Die Diagnose erfolgt daher meist viel zu spät. Experten fordern ein effektiveres Screening, um die Schwangerschaftskomplikation rechtzeitig aufzudecken.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.