. Arzneimittel

Neue Therapien gegen Multiple Sklerose in Sicht

In der Behandlung der Multiplen Sklerose tut sich was. Erst kürzlich wurde der Antikörper Daclizumab zugelassen, weitere neue Substanzen sollen folgen.
Nach Daclizumab sollen nun weitere neue Medikamente gegen Multiple Sklerose folgen

Nach Daclizumab sollen nun weitere neue Medikamente gegen Multiple Sklerose folgen

Die Behandlungsoptionen bei Multipler Sklerose scheinen sich zu erweitern. Vor wenigen Wochen wurde Daclizumab zugelassen – eine neue Substanzklasse, mit der ab sofort Erwachsene mit schubförmiger MS behandelt werden können. Darüber hinaus steht derzeit eine Reihe neuer Substanzen in klinischen Studien auf dem Prüfstand, darunter Siponimod und Ocrelizumab.

Siponimod soll bei den schwer behandelbaren progredienten Verlaufsformen Besserung bringen. Aktuelle Daten einer bisher noch unveröffentlichten Studie legen nahe, dass die Immuntherapie eine Progressionsverzögerung zwischen 25 und 30 Prozent erzielen kann. Das Mittel hindert T- und B-Zellen daran, den Lymphknoten zu verlassen und einen MS-typischen Entzündungsprozess auszulösen.

Progrediente Verlaufsformen bleiben Sorgenkind

Zu Ocrelizumab, einem weiteren humanisierten monoklonalen Antikörper, liegen positive Ergebnisse der Phase-III-Studien vor. Experten rechnen mit einer baldigen Zulassung. „Die vorliegenden Ergebnisse lassen hoffen, dass diese Therapie zukünftig nicht nur bei schubförmiger MS, sondern auch bei bestimmten Subgruppen mit progredienter MS eine Zulassung erhalten wird“, sagte Professor Ralf Gold, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) auf dem Neurologenkongress in Mannheim. Es sei aber zu früh, von einem Durchbruch bei der Therapie der progredienten Multiplen Sklerose zu sprechen.

 

Schubraten mit Daclizumab nahezu halbiert

Zum Antikörper Daclizumab erklärte Gold, dass nun weitere Studien zeigen müssten, welche Patienten besonders von dem neuen Medikament profitieren. Der monoklonale Antikörper greift im Gegensatz zu bisher bekannten Therapeutika primär regulierend über Natürliche Killerzellen (NK) ins Immunsystem ein. Der Wirkstoff bindet an die CD25-Untereinheit des hochaffinen Interleukin-2Rezeptors auf aktivierten T-Zellen und wirkt damit immunmodulierend, weil er die Expansion regulatorischer natürlicher Killerzellen fördert. In der zulassungsrelevanten Studie mit mehr als 1800 Patienten war die Schubrate gegenüber der bewährten MS-Arznei Interferon-ß-1a annähernd halbiert.

Foto: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Multiple Sklerose , Arzneimittel , Antikörper
 

Weitere Nachrichten zum Thema Multiple Sklerose

| Eine Umfrage zeigt: MS-Patienten verzichten nach der Diagnose häufig auf (weitere) Kinder. Gründe dafür sind unter anderem die Sorge, den Erziehungsanforderungen nicht gerecht zu werden, aber auch eine mangelnde Aufklärung durch die Ärzte.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Mitarbeiter in den Alten- und Pflegeheimen haben Angst, sich mit Corona zu infizieren. Angehörige dürfen ihre Pflegebedürftigen nicht mehr besuchen. Bei Covid-19 Erkrankungen in einem Pflegeheim müssen betroffene Pflegebedürftige von den übrigen Bewohnern isoliert werden. Über die Situation in der stationären und ambulanten Pflege sprach Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus.
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.