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01.06.2021

Neue Studie: Gluten macht nicht dumm

Wer nicht an Zöliakie leidet, kann bedenkenlos Getreidesorten mit Gluten zu sich nehmen. Das beeinträchtigt nicht die kognitiven Fähigkeiten, zeigt eine Studie.
Eine glutenfreie Ernährung verbessert bei Gesunden nicht die Gehirnfunktion

Wer nicht an Zöliakie leidet, kann bedenkenlos Getreidesorten mit Gluten zu sich nehmen. Die beeinträchtigen die kognitiven Fähigkeiten nicht. Das zeigte eine Studie mit mehr als 13.000 Probanden.

Gluten ist ein Kleber-Eiweiß, das in Weizen, Gerste, Roggen und anderen Getreidesorten vorkommt. Es gibt Menschen, allergisch darauf reagieren. Bei der Zöliakie genannten Erkrankung löst das Gluten eine Immunantwort aus, bei der die Dünndarm-Schleimhaut angegriffen wird.

Anti-Gluten-Hype: Weizen soll Denkleistung angreifen

Bei diesen Patienten  kann es zu einer Beeinträchtigung ihrer Gehirnfunktion kommen, wenn sie Gluten zu sich nehmen. Eine Studie aus dem Jahr 2014 ergab, dass sie nach einem Jahr ohne Gluten eine Verbesserung der Gehirnfunktion zeigten.

Doch nur etwa ein Prozent der Weltbevölkerung leidet tatsächlich an Zöliakie. Viele Menschen glauben dennoch, dass  Gluten schlecht für sie sei. Hintergrund des Anti-Gluten-Hypes ist der Bestseller "Grain Brain", der in Deutschland unter dem Titel "Dumm wie Brot" auf den Markt kam. Darin erklärt der Neurologe Dr. David Perlmutter, wie der glutenhaltige Weizen Gedächtnis und Denkleistung angreift und sogar weitere psychische Probleme wie Ängste und Depressionen auslösen soll.

 

Glutenfreie Diäten seither beliebt

Glutenfreie Diäten sind seitdem beliebt. Eine Studie aus dem Jahr 2015 ergab, dass 20 Prozent der Amerikaner Gluten meiden. 35 Prozent der Befragten gaben an, ohne Grund glutenfreie Lebensmittel gekauft zu haben, acht Prozent erklärten, eine Glutenempfindlichkeit zu haben.

Die aktuelle Studie zur Langzeitaufnahme von Gluten und kognitiven Fähigkeiten wurde  im Fachmagazin JAMA Network Open Medical Journal veröffentlicht. Forscher der Harvard Medical School untersuchten 13.494 Frauen aus den USA, die keine Zöliakie oder diagnostizierte Glutenunverträglichkeit hatten.

Neue Studie: Gluten macht nicht dumm

Ihre Ernährungsgewohnheiten wurden von 1991 bis 2015 verfolgt, ihre kognitiven Fähigkeiten zwischen 2014 und 2019 drei Mal überprüft. Die durchschnittliche Gluten-Zufuhr lag bei 6,3 g/Tag. Im Ergebnis gab es keinen Unterschied zwischen den Teilnehmerinnen mit der höchsten und der niedrigsten Gluten-Zufuhr. Es wurden keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Gluten und der kognitiven Funktion gefunden. Gluten macht also nicht dumm.

Foto: Adobe Stock/Rafael Ben-Ari

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09.10.2015

Etwa 5 Prozent der Bevölkerung verträgt kein Gluten. Das ist ein Klebereiweiß, das in Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer vorkommt. Die Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA) und das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) untersuchten 43 Lebensmittel und Getränke auf ihren exakten Glutengehalt.

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