Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
16.08.2016

Neue Studie belegt Vorteile des STEMO Mobils

Das Berliner Schlaganfall-Einsatzmobil STEMO hat sich offenbar bewährt: Eine neue Studie zeigt, dass STEMO-Patienten tendenziell weniger Folgeschäden davontragen und auch seltener an ihrem Schlaganfall sterben.
Das STEMO hat alles an Bord, was es zur akuten Schlaganfallbehandlung braucht. Patienten profitieren

Das STEMO hat alles an Bord, was es zur akuten Schlaganfallbehandlung braucht. Patienten profitieren

Jeder Berliner hat es schon mal gesehen: Das Berliner Schlaganfall-Einsatzmobil STEMO von Feuerwehr und Charité. Es rückt aus, wenn die Notrufzentrale einen Schlaganfall meldet. Der Vorteil gegenüber dem Notarztwagen ist, dass das STEMO voll ausgerüstet ist und noch auf dem Weg ins Krankenhaus eine Lysetherapie eingeleitet werden kann. Somit sind Schlaganfallpatienten weitaus schneller versorgt, als wenn sie erst im Krankenhaus behandelt würden. Beim Schlaganfall zählt jede Minute.

STEMO-Patienten geht es besser

Ob sich die schnelle Schlaganfallbehandlung auch auf das das spätere Ausmaß der Behinderungen auswirkt, haben nun Wissenschaftler der Charité in einer Studie untersucht. Das Team um Prof. Heinrich Audebert vom Campus Benjamin Franklin schaute sich dazu die Behandlungsergebnisse nach drei Monaten an: Wie viele Patienten waren nach dem Transport mit dem STEMO noch am Leben? Und welche Behinderungen blieben zurück? Der Vergleich mit den Behandlungsergebnissen von Patienten, die mit einem normalen Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht wurden, zeigt die Vorteile der mobilen Rettungsklinik: „Die Ergebnisse legen nahe, dass die Vorverlegung der Thrombolysetherapie in den Rettungsdienst zu einer geringeren Behinderung im Alltag und zu einer höheren Überlebensrate führt“, sagt Dr. Alexander Kunz, Erstautor der Studie. Damit untermauere die Studie, dass eine Therapie, wenn möglich, schon vor der Klinikankunft beginnen sollte, so der Neurologe.

 

25 Minuten sind beim Schlaganfall viel Zeit

Akute Schlaganfallpatienten, die vom STEMO abgeholt werden, bekommen im Schnitt 25 Minuten eher die rettende Lysetherapie. Das ist auch deshalb wertvolle Zeit, weil den Ärzten nur ein kurzes Zeitfenster von maximal viereinhalb Stunden bleibt. Später darf der Thrombus nicht mehr aufgelöst werden. Bei Hirnblutungen ist die Lyse ebenfalls tabu, denn die durch die Auflösungstherapie würde sich die Blutung noch verschlimmern. Ärzte müssen deshalb zunächst ein CT des Kopfes machen und die Ursache für den Schlaganfall feststellen. „Das Gute am STEMO ist, dass es ist mit einem mobilen Computertomografen und einem Minilabor ausgestatte ist“, sagt Studienleiter Audebert. Außerdem fahre ein Neurologe mit. „Die Klinik kommt sozusagen zum Patienten.“

Autor: ham
Hauptkategorie: Berlin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schlaganfall , Lysetherapie
 

Weitere Nachrichten zum Thema STEMO

Je schneller, desto besser – diese Devise bei der Akutversorgung von Schlaganfallpatienten ist nicht neu. Doch neue Technik ermöglicht jetzt eine noch frühere – und damit bessere - Versorgung. Mit dem Stroke-Einsatz-Mobil STEMO können mehr Schlaganfall-Betroffene wirksam und signifikant schneller therapiert werden. Das zeigt eine große Berliner Studie, die im hochrangigen Journal of the American Medical Association (JAMA) erschienen ist.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Kopfbälle gehören zu den coolsten Spieltechniken im Fußball – doch sie haben ihren Preis. Eine Studie aus Schottland zeigt: Das Risiko für Profifußballer, später an neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer oder Demenz zu erkranken, ist dreieinhalb mal so hoch wie bei der Allgemeinbevölkerung. Ein Spielertyp ist besonders in Gefahr.

 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin