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Neue Stents für verstopfte Gallengänge

Dienstag, 30. August 2016 – Autor:
Wissenschaftler der Universität Rostock wollen eine neue Generation von Gallengang-Stents mit langer Lebensdauer entwickeln. Das Projekt „GastroFreeFlow“ wird vom Bundesbildungsministerium mit 1,5 Millionen Euro gefördert.
Neue Gallengang-Stents müssen viele Eigenschaften erfüllen. Im Projekt „GastroFreeFlow“ wird deshalb nach neuen Materialien gesucht

Neue Gallengang-Stents müssen viele Eigenschaften erfüllen. Im Projekt „GastroFreeFlow“ wird deshalb nach neuen Materialien gesucht – Foto: hywards - Fotolia

Bei schweren Gallenerkrankungen helfen oft nur noch Stents. Die kleinen Hülsen halten die Gallengänge frei und ermöglichen so den Abfluss der Galle. Bisher müssen sie jedoch meist schon nach sechs Monaten ausgewechselt werden, da sie den empfindlichen Gallengang reizen und selbst schnell verstopfen. Auch Bakterien siedeln sich an den winzigen Röhrchen an.

Wissenschaftler der Universität Rostock suchen nun nach einer neuen Lösung. Im Rahmen des Forschungsprojekts „GastroFreeFlow“ soll eine neue Generation Stents entwickelt werden, die den häufigen Austausch überflüssig macht. Dabei sollen neuartige bakterienhemmende Beschichtungen und Materialien mit gewebeähnlichen und galleabweisenden Eigenschaften zum Einsatz kommen. Das Bundesbildungsministerium fördert das Vorhaben mit 1,5 Millionen Euro.

Der Gallengang-Stent muss Galle und Bakterien abweisen

Ein erstes Patent haben die Rostocker Forscher um Projektleiterin Dr. Mareike Warkentin vom Lehrstuhl für Werkstoffe für die Medizintechnik bereits angemeldet. Doch bis zum perfekten intelligenten Gallengang-Stent ist es noch ein weiter Weg. In etlichen Testreihen wird derzeit erforscht, ob der Stent von morgen rund, gewölbt oder glatt sein muss und welche chemischen Zusammensetzungen oder Beschichtungen ganz genau die Lebensdauer entscheidend verlängern. Derzeit wird mit Hochdruck eine neue Materialgruppe, so genannte Polyurethane (PUR), beforscht.

 

Forschung wichtig für Patienten

„Die Forschung ist von großer klinischer Relevanz“, sagt Prof. Schober, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Rostocker Klinikum Südstadt, der mit den Werkstoffwissenschaftlern eng zusammenarbeitet. Denn Gallengang-Stents seien für Patienten mit schweren Gallenerkrankungen lebensrettend, der häufige Austausch jedoch mit weiteren Risiken behaftet. Die Lösung, so Schober, liege daher in einem Stent mit langer Lebensdauer.

Foto: © hywards - Fotolia.com

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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