Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Neue S3-Leitlinie für Leberkrebs

Freitag, 14. Juni 2013 – Autor:
Die Fälle von Leberkrebs in Deutschland nehmen kontinuierlich zu. Da sich gleichzeitig auch die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten verändern, wurde eine neue Leitlinie zur Behandlung von Leberkrebs entwickelt, die nun vorgestellt wurde.
Leberkrebs richtig behandeln

Bei Leberkrebs ist der Zeitpunkt der Diagnose entscheidend

Bis vor einiger Zeit galt Leberkrebs (in der Fachsprache als „hepatozelluläres Karzinom“ oder „HCC“ bezeichnet) in Deutschland als eine relativ seltene Tumorerkrankung. Inzwischen nimmt die Häufigkeit hierzulande und in anderen Ländern Europas jedoch deutlich zu. Vor allem ein veränderter Lebensstil führt dazu, dass Leberkrebs immer häufiger vorkommt. So gibt es immer mehr Fälle von alkoholischer Leberzirrhose sowie Fettleberzirrhose, die zu Leberkrebs führen können. Auch die steigenden Zahlen von Jugendlichen mit Übergewicht und eine gehäufte Anzahl von Hepatitis C sorgen für eine steigende Anzahl von Leberkrebs-Fällen.

Neue therapeutische Möglichkeiten haben es nun notwendig gemacht, in einer S3-Leitlinie verlässliche Handlungs- und Therapiemaßnahmen für Leberkrebs festzulegen. Ein großes Problem ist, dass etwa 70 Prozent der Leberzellkarzinome erst im fortgeschrittenen Stadium festgestellt werden, da insbesondere im Anfangsstadium der Erkrankung keine typischen Symptome festzustellen sind. Wird das Karzinom aber erst spät erkannt, stehen die Chancen für eine erfolgreiche Therapie weniger gut. Die neue Leitlinie widmet sich daher vor allem auch den Risiken und der Vorbeugung von Leberkrebs.

Therapeutische Verfahren bei Leberkrebs

Zudem enthält die neue Anleitung eine Darstellung der verschiedenen Diagnoseverfahren, der operativen und interventionellen Verfahren und der systemischen Therapien. Die neue Leitlinie richtet sich an alle Berufsgruppen, die Patienten mit Leberkrebs behandeln, sowie an interessierte Patienten oder Selbsthilfegruppen. Die Erstellung hatte im Jahr 2009 begonnen und wurde federführend durch die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) und die Deutsche Krebsgesellschaft geleitet.

Der Handlungsleitfaden basiert auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und wurde von mehr als 100 Experten aus verschiedenen Disziplinen erstellt. Geleitet wurde der Prozess von Professor Dr. Tim F. Greten, Leiter der Sektion für Gastrointestinale Onkologie am National Cancer Institute in Bethesda, Professor Dr. Nisar P. Malek, Leiter der Abteilung Innere Medizin I am Universitätsklinikum Tübingen, und Dr. Sebastian Schmidt von der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie haben die aktuellsten medizinischen Entwicklungen der letzten Jahre rund um das hepatozelluläre Karzinom zusammengetragen, strukturiert und ausgewertet. Administrativ und organisatorisch wurde der Leitlinienprozess von der Medizinischen Hochschule Hannover durchgeführt.

 

Neue Leitlinie für mehr Lebensqualität der Patienten

Die DGVS erhofft sich von dem neuen Maßnahmenkatalog, dass sich die Behandlung und die Lebensqualität von Menschen mit Leberkrebs dadurch verbessern. Sie baut darauf, dass alle Berufsgruppen und Patientenorganisationen, die mit der Betreuung von Patienten mit Leberkrebs befasst sind, die Leitlinie umfassend umsetzen.

Das hepatozelluläre Karzinom ist weltweit die dritthäufigste tumorbedingte Todesursache. Etwa 7500 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr neu am Leberkrebs, Männer zwei- bis dreimal häufiger als Frauen. Dabei bildet sich bösartiges Gewebe in der Leber. Oft führt Leberkrebs erst nach längerer Zeit zu Beschwerden; dann treten Symptome wie Gelbsucht, Schmerzen, Müdigkeit und Appetitlosigkeit auf. Die Prognose von Leberkrebs hängt vor allem von der Größe, der Lage und der Anzahl der bösartigen Geschwulste ab.

Heilungschancen bei Leberkrebs

Auch ist für die Heilungschancen entscheidend, ob es sich um einen primären oder sekundären Leberkrebs handelt. Bei sekundärem Leberkrebs ist die Lebenserwartung maßgeblich vom Verlauf der ursächlichen Krebserkrankung abhängig. Liegt ein primärer Leberkrebs vor, der durch eine Operation entfernt werden kann, ist die Lebenserwartung deutlich höher. Bei vielen Betroffenen ist der Leberkrebs bei Diagnosestellung jedoch bereits so weit fortgeschritten, dass die Heilungschancen nur noch gering sind.

Foto: © blueringmedia - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Leberkrebs

08.12.2015

Plätzchen, Glühwein, Gänsebraten – in der Weihnachtszeit locken viele Versuchungen. Für die Leber ist das eine Belastung. Auf Dauer können die Schlemmereien zu einer Fettleber beitragen, die wiederum weitere Erkrankungen nach sich ziehen kann.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Nach fast zwei Jahren Pandemie liegen die Nerven im Gesundheitswesen blank. Tausende Pflegekräfte haben in den vergangenen Monaten ihren Job verlassen. Wie kommen wir aus der Krise heraus und vor allem: Wie geht es danach weiter? Der 15. Nationale Qualitätskongresses Gesundheit versucht, Antworten zu finden.

Der Berliner Virologe Christian Drosten warnt davor, Corona-Schnelltests zu überschätzen. Bei Menschen, die trotz Impfung infiziert seien, könnten die Tests in der frühen Phase der Infektion negativ ausfallen und für trügerische Sicherheit sorgen, sagte Drosten in der Wochenzeitung „Die Zeit“. Trotz Mängeln sei ein regelmäßiger und breitflächiger Einsatz dieser Tests aber weiter sinnvoll.

 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin