. Straßenverkehrsordnung

Neue Regeln zur Rettungsgasse

Notfallwagen kommen oft nicht durch, weil Autos die Fahrbahn blockieren. Eine neue Regelung schreibt seit 1. Januar vor, wie und wann eine Rettungsgasse zu bilden ist.
Rettungsgasse schon bei stockendem Verkehr bilden. Das schreibt die Straßenverkehrsordnung seit 1. Januar 2017 vor

Rettungsgasse schon bei stockendem Verkehr bilden. Das schreibt die Straßenverkehrsordnung seit 1. Januar 2017 vor

Eine Rettungsgasse kann Leben retten. Doch Rettungsfahrzeuge verlieren oft wertvolle Zeit, weil Autos sie am Durchkommen hindern. Das liegt auch daran, dass Autofahrer unsicher sind, wie sie sich im Ernstfall zu verhalten haben. Damit ist nun seit 1. Januar 2017 Schluss. Im § 11 Abs. 2 der Straßenverkehrsordnung hat der Gesetzgeber nun festgelegt, dass bereits bei stockendem Verkehr und nicht erst bei einem Stau eine Rettungsgasse auf Autobahnen und Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen zu bilden ist. Denn besteht der Stau bereits, ist es oft unmöglich noch eine Rettungsgasse zu bilden. In Österreich ist diese schon seit längerem vorgeschrieben. Künftig müssen Autofahrer also auf der äußersten Spur nach links und alle anderen nach rechts ausweichen, sobald der Verkehr ins Stocken gerät, auch wenn sich (noch) kein Rettungsfahrzeug nähert. Wichtig zu wissen: Die Standspur muss dabei freibleiben.

Notärzte plädieren an die Vernunft

Wer die Rettungsgasse nicht vorschriftsmäßig bildet, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld von 20 Euro rechnen. Ist die Behinderung schwerwiegend, kann sogar eine strafrechtliche Verfolgung drohen.

„Wir plädieren an die Einsicht der Verkehrsteilnehmer, diese Regeln unbedingt zu berücksichtigen, sagt Prof. P. Sefrin von der Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte (agbn). Er fügt hinzu: „Bei Unfällen kommt es auf die Zeit bis zum Beginn der Behandlung an und diese steht im direkten Zusammenhang mit dem Überleben und einer Wiederbelebung.“

Rettungsgasse offen lassen

Die Rettungsgasse muss unterdessen so lange offen gehalten werden, bis der Verkehr wieder normal rollt. Selbst wenn ein Polizei- oder Rettungsfahrzeug bereits vorbeigefahren ist, muss die Gasse bestehen bleiben. Denn auch nach einiger Zeit können weitere Rettungsfahrzeuge folgen.

Foto: www.rettungsgasse-rettet-leben.de

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Berlin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Notfallmedizin

Weitere Nachrichten zum Thema Notfälle

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Darmbakterien können Multiple Sklerose auslösen. Das stellten Münchner Forscher fest. Sie untersuchten das Mikrobiom gesunder und an MS erkrankter, eineiiger Zwillinge.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.