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01.10.2020

Neue Pflegeschule an der St. Hildegard-Akademie in Berlin

Die St. Hildegard-Akademie Berlin startet am 1. Oktober eine neue staatlich anerkannte Pflegschule. Unter katholischer Trägerschaft werden ab sofort 190 Pflegekräfte ausgebildet. Künftig soll sich die Zahl der Auszubildenden nahezu verdoppeln.
Die neue Pflegeschule an der St. Hildegard-Akademie Berlin bildet seit dem 1. Oktober knapp 200 Pflegfachkräfte aus

Die neue Pflegeschule an der St. Hildegard-Akademie Berlin bildet seit dem 1. Oktober knapp 200 Pflegfachkräfte aus

Das Erzbistum Berlin, die Caritas, das Sankt Gertrauden-Krankenhaus und das Malteser-Werk Berlin eröffnen gemeinsam eine neue Pflegschule. In der St. Hildegard-Akademie Berlin werden zum 1. Oktober 2020 drei bestehende Pflegeschulen katholischer Träger zu einer größeren Ausbildungsstätte zusammengeführt. Am Standort Hertzstraße 67 in Berlin-Wilhelmsruh sollen künftig 360 Auszubildende nach dem neuen Pflegeberufegesetz zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann ausgebildet werden. Die St. Hildegard-Akademie Berlin startet zunächst mit 190 Auszubildenden.

Generalistische Pflegeausbildun dauert drei Jahre

Die neue Pflegschule bietet eine generalistische Pflegeausbildung, die in diesem Jahr vom Gesetzgeber eingeführt wurde. Das heißt die Pflegeschulenabsolventen können künftig in allen Bereichen der professionellen Pflege arbeiten: in Krankenhäusern, Altenwohn- und Pflegeheimen, bei ambulanten Pflegediensten und Palliativeinrichtungen sowie in Einrichtungen der Kurzzeitpflege oder in Facharztpraxen, Gesundheitszentren, Wohnheimen für Menschen mit Behinderung.

Die Ausbildung dauert drei Jahre und umfasst 2.100 Stunden Theorie und 2500 Stunden Praxis. Von Anfang an sind Auszubildende in den kooperierenden Einrichtungen fest angestellt und werden nach Tarif bezahlt (AVR Caritas-Tarif mit Zusatzversorgung). Ausbildungsvoraussetzung sind die erweiterte Berufsbildungsreife (eBBR) oder ein mittlerer Schulabschluss (MSA). Die Bewerbung ist ganzjährig möglich. Ausbildungsbeginn ist jeweils am 1. Oktober und am 1. April jeden Jahres.

„Die Sorge um Pflegebedürftige ist in der katholischen Kirche tief verwurzelt. Grundlage ist unsere christliche Überzeugung, für kranke Menschen da zu sein“, sagt Pater Manfred Kollig, Generalvikar des Erzbistums Berlin. In der Coronakrise habe sich gezeigt, dass Pflege systemrelevant sei.

Hildegard von Bingen ist Vorbild

„Hildegard von Bingen hat sich leidenschaftlich für Menschen eingesetzt. Auch für uns ist Berufsausbildung in der Pflege eine Herzenssache“, sagt Ulrike Kostka, Direktorin des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin. Caritas und die anderen kirchlichen Träger verfügten über eine Vielzahl von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. "Dadurch können wir eine individuelle Praxis-Begleitung in der Ausbildung anbieten.“

„Wir wollen in der neuen St. Hildegard-Akademie Berlin Erfahrungswissen und Pflegewissenschaft verbinden, um unsere Schülerinnen und Schüler optimal auf Menschlichkeit und Professionalität in der Pflege vorzubereiten“, ergänzt Schwester M. Christina CSC, Provinzoberin der Deutschen Provinz der Katharinenschwestern, Gründerorden des Sankt Gertrauden-Krankenhaus.

Hildegard von Bingen war eine katholische Kirchenlehrerin und Universalgelehrte. Sie nahm den Menschen ganzheitlich in den Blick der Medizin, der Naturheilkunde, der Ethik und des Glaubens. So wie Hildegard zu ihrer Zeit innovative und originelle Denkansätze und Impulse gab, wolle die St. Hildegard-Akademie Berlin heute dazu beitragen, die Pflegeausbildung weiterzuentwickeln, so Kostka.

Foto: © Adobe Stock/JustLife

 
Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Pflege
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