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05.09.2016

Neue OP-Methode bei Aneurysma verringert Risiko für Querschnittslähmung

Ein internationales Forscherteam hat eine Methode für eine bessere Behandlung des Aorten-Aneurysmas entwickelt. Dadurch soll die Gefahr einer Querschnittslähmung in Folge der Operation vermindert werden. Eine großangelegte Studie soll dies nun bestätigen.
Aortenaneurysma operieren

Die OP eines Aortenaneurysmas birgt die Gefahr von Folgeschäden in sich

Die Operation eines Aortenaneurysmas, einer Erweiterung der Hauptschlagader, gehört zu den technisch anspruchsvollsten Eingriffen in der Herz- und Gefäßchirurgie. Ein unbehandeltes Aneurysma kann bei einem Riss zu inneren Blutungen und zu einem schnellen Tod führen. Obwohl die herkömmliche Operation des Aneurysmas die Krankheit erfolgreich behandelt, gibt es ein erhöhtes Risiko für unterschiedliche Folgeschäden. So erleiden nach dem Eingriff im internationalen Durchschnitt 15 bis 30 Prozent der behandelten Patienten aufgrund einer Minderdurchblutung des Rückenmarks eine Querschnittslähmung. Nun prüft ein internationales Forscherteam eine neue Operationsmethode, die das Risiko im Idealfall auf weit unter zehn Prozent senken soll.

Neue Arterien versorgen Rückenmark mit Blut

An der sogenannten PAPAartis-Studie unter Leitung der Universität Leipzig nehmen 300 Patienten mit Aortenaneurysma teil. Das Ziel ist es, die von Professor Christian Etz, Hauptinitiator des Projekts und Sprecher des Inkubator-Direktoriums, entwickelte Methode in die offiziellen ärztlichen Richtlinien aufnehmen lassen zu können - die Voraussetzung für eine reguläre Anwendung in der Praxis. Für die Studie erhalten die Forscher fast 6,3 Millionen Euro von der Europäischen Kommission.

Bei der Methode handelt es sich um eine Therapie in mehreren Schritten („staged-repair“). Zunächst wird dabei das Netzwerk von Arterien um die Hauptschlagader herum "umprogrammiert". Die Umverteilung des Blutes erfolgt mithilfe von sogenannten Coils (flexible Drahtknäuel), die minimal-invasiv eingesetzt werden und einige Wege zu Sackgassen machen, um das Blut auf Umwege zu bringen. „Wir sprechen von einer Präkonditionierung des Gefäßsystems“, erklärt Herzchirurg Etz, der für seine Forschung 2015 mit der Heisenberg-Professur für Aortenchirurgie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet wurde. „Wir sorgen dafür, dass bestimmte Arterien neu entstehen, die dann später für eine ausreichende Blutversorgung des Rückenmarks sorgen können - auch wenn einige alte Arterien lahmgelegt sind.“ Dadurch soll das Risiko für eine Querschnittslähmung bei der OP des Aortenaneurysmas verringert werden.

 

Neue OP-Methode kommt nicht für alle Patienten in Frage

Da die Phase, in der das neue Gefäßsystem wachsen soll, vermutlich etwa drei bis fünf Wochen dauert, kommt die Methode für Hochrisiko-Patienten, bei denen damit gerechnet werden muss, dass in dieser Zeit das Aortenaneurysma reißt und die Gefahr einer inneren Verblutung entsteht, nicht in Frage. „Ohnehin wird es natürlich immer dem behandelnden Arzt vorbehalten bleiben, ob er die neue Methode empfiehlt - und die Entscheidung kann nur der Patient treffen", so Etz. Sollte PAPAartis den Erfolg der neuen Methode beweisen, sei damit zu rechnen, dass sie international in die verbindlichen Behandlungsleitlinien aufgenommen werde. Der EU-Grant ist die höchste finanzielle Förderung der Europäischen Union für Forschungsprojekte. Anfang 2017 wird das Projekt offiziell starten.

Foto: © kerale - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
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