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Neue OP-Methode ALPPS hilft bei Lebermetastasen

Dienstag, 14. April 2015 – Autor:
Lebermetastasen sind oft inoperabel. Ein zweischrittiges Operationsverfahren bietet Betroffenen neue Chancen. Die Patienten müssen allerdings fit genug für zwei Eingriffe kurz hintereinander sein.
Neue OP-Methode ALPPS hilft bei Lebermetastasen

Neue Therapie für Lebermetastasen: Bei der ALPPS werden große Teile der Leber entfernt

Lebermetastasen gehen meist von Tumoren des Magen-Darm-Trakts aus, aber auch andere Tumore wie etwa Brustkrebs und Lungenkrebs können in die Leber streuen. Ärzte sprechen auch von "sekundärem Leberkrebs". Die Prognose hängt unter anderem davon ab, ob die Metastasen in der Leber entfernt werden können. Bei einem ausgedehnten Befall über beide Leberlappen ist dies jedoch meist nicht möglich. Ein neues Verfahren bietet nun Patienten eine neue Chance, die mit herkömmlichen Verfahren nicht mehr operiert werden können.

Leber wächst sehr schnell nach

Die neue Operationstechnik ALPPS („Associating Liver Partition and Portal vein Ligation for Staged hepatectomy“) erfolgt in zwei Schritten. Im ersten Schritt wird die Pfortader rechts unterbrochen und die Leber durchtrennt, außerdem werden mögliche Metastasen im linken Leberlappen entfernt. Dadurch wächst der linke Leberlappen sehr schnell und erreicht die Fähigkeit, alleine die Organfunktion zu übernehmen. In einer zweiten Operation, die meist nach etwa zwölf Tagen erfolgt, wird dann der rechte Leberlappen entfernt. 

ALPPS: Vor- und Nachteile bei der Operation der Lebermetastasen

„Das ALPPS-Verfahren wird sich weltweit etablieren, davon bin ich fest überzeugt“, sagte Prof. Oldhafer von der Asklepios Klinik Barmbek auf dem „International Consensus Meeting on ALPPS“ in Hamburg Ende Februar. Oldhafer gilt in Deutschland als Pionier der ALPPS.  Die Operation sei für Patienten gedacht, für die es keine Alternative gibt, sagte der Leberchirurg mit Blick auf die Komplikationsraten, die im Vergleich zu anderen Verfahren etwas höher liegen. Mögliche Komplikationen der Operation sind das Eindringen von Gallenflüssigkeit in die Bauchhöhle, Wundinfektionen, Leberfunktionsstörungen und Blutungen. Deshalb geht es dem Experten zufolge jetzt darum herauszufinden, wem die Operation wirklich nützt und einheitliche Standards zu setzen. Ausschlusskriterien für die Operation können das Alter und ein schlechter Allgemeinzustand des Patienten sein, aber auch die Nähe der Lebermetastasen zu wichtigen Blutgefäßen.

 

Resektion von Lebermetastasen in beiden Leberlappen möglich

Die zweizeitige Leberresektion ist nicht neu. Herkömmlicherweise wird die Operation mit einer Pfortaderembolisation kombiniert. Hierbei kann der zweite Eingriff aber erst viele Wochen später erfolgen, was nachteilig sein kann, weil die Lebermetastasen in dieser Zeit mitwachsen. Bei der ALPPS ist der Abstand zwischen den Operationen mit ein bis zwei Wochen dagegen wesentlich kürzer.

Weltweit wurden bisher rund 350 ALPPS Eingriffe durchgeführt, etwa 30 davon an der Asklepios Klinik Barmbek (Hamburg). Daneben bieten in Deutschland auch einige Universitätskliniken das ALPS-Verfahren an, darunter Hamburg Eppendorf und Heidelberg.

Foto: © pixdesign123 - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
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