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Neue online Therapie für traumatisierte Ärzte – Studie startet im Oktober

Dienstag, 24. September 2019 – Autor:
Schreiben gegen posttraumatischen Stress: Für traumatisierte Ärzte hat das Universitätsklinikum Leipzig eine spezielle online-Therapie entwickelt. Das neue Angebot wird ab Oktober in einer Studie evaluiert.
Posttraumatischer Stress: Neue Internettherapie soll traumatisierten Ärzten helfen

Posttraumatischer Stress: Neue Internettherapie soll traumatisierten Ärzten helfen – Foto: ©Aaron Amat - stock.adobe.com

Sterbende Kinder, entstellte Schwerstverletzte, verzweifelte Angehörige – Ärzte sehen Tag für Tag viel Leid. Manchmal können solche Ereignisse tiefe Wunden bei den Helfern hinterlassen, die ohne fremde Unterstützung nicht mehr heilen. Ein niedrigschwelliges Therapieangebot für traumatisierte Ärzte wurde jetzt am Universitätsklinikum Leipzig entwickelt.

„Ärzte und Ärztinnen haben ein erhöhtes Risiko, traumatische Erfahrungen zu erleben, da sie täglich mit Schmerz, Leid, schweren Erkrankungen oder Tod konfrontiert sind“, erklärt Prof. Dr. Anette Kersting, Direktorin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). Doch viele scheuten sich therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, etwa wegen der langen Arbeitszeiten oder weil sie negative Auswirkungen auf die berufliche Karriere befürchteten. „Internetbasierte Interventionen lassen sich dagegen flexibel in den Alltag integrieren und bieten eine höhere Anonymität als herkömmliche Therapien“, sagt Kersting.

Anonyme Schreibtherapie gegen posttraumatischen Stress

So auch die neue Internettherapie für traumatisierte Ärzte aus Leipzig. Es handelt sich dabei um eine internetbasierte Schreibtherapie mit zehn Schreibaufgaben. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie wird das neue Angebot nun wissenschaftlich evaluiert. Die Begleitstudie startet im Oktober. Interessenten finden mehr Informationen zum Therapieangebot unter www.belastung-im-arztberuf.de.

Ärzte leiden etwa viermal so häufig unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) wie die erwachsene Allgemeinbevölkerung. Die Folgen können vielfältig sein:  Sozialer Rückzug, Schwierigkeiten in der Alltagsbewältigung und sogenannte Flashbacks. Dabei drängt sich die belastende Erinnerung immer wieder auf und es werden Orte, Menschen oder Situationen vermieden, die an das traumatische Ereignis erinnern, oder eine überhöhte Reizbarkeit entsteht. Auch die Gedanken oder die Stimmung können sich negativ verändern und mit einem Gefühl der Entfremdung oder der Unfähigkeit, positive Emotionen zu empfinden, einhergehen. Solche Situationen seien kein Einzelfall, meint Prof. Kersting.

 

Ärzte haben große Verantwortung

„Ärzte tragen eine große Verantwortung im Hinblick auf das Wohl ihrer Patientinnen und Patienten. Fehlentscheidungen können schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen“, so die Psychotherapeutin. Darum sollten Betroffene professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Die neue Internettherapie soll traumatisierten Ärzten diesen Schritt nun erleichtern.

Foto: © Aaron Amat - Fotolia.com

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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