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Neue Leitlinie präzisiert, wann Patienten ein neues Hüftgelenk brauchen

Die Indikation für ein neues Hüftgelenk wird in Deutschland sehr großzügig ausgelegt. Nun gibt erstmals eine S3-Leitlinie den Ärzten klare Empfehlungen für eine Hüft-Op.
Künstliches Hüftgelenk nötig? Neue S3-Leitlinie unterstützt Ärzte bei der Indikation

Künstliches Hüftgelenk nötig? Neue S3-Leitlinie unterstützt Ärzte bei der Indikation

Deutschland ist bei der Implantation von künstlichen Hüftgelenken Weltmeister. Dabei wird den Ärzten auch ein finanzielles Interesse unterstellt. Denn der endoprothetische Eingriff ist ein lukratives Geschäft. Bislang fehlten klare Regeln, wann Patienten tatsächlich ein neues Hüftgelenk brauchen. Erstmals gibt nun eine Leitlinie den Ärzten Empfehlungen für die korrekte Indikationsstellung zur Hüft-Endoprothese. Die neue S3-Leitlinie „Evidenz- und konsensbasierte Indikationskriterien zur Hüfttotalendoprothese bei Coxarthrose“ wurde federführend von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) in Zusammenarbeit mit 24 weiteren Fachgesellschaften und Organisationen verfasst.

Leitlinie umfasst 31 Empfehlungen

31 Empfehlungen sind dort aufgeführt, die Dinge wie Diagnosesicherung, Leidensdruck der Patienten, Prüfung alternativer Therapiemaßnahmen oder Kontraindikationen umfassen. „Der Prozess der Indikationsstellung sowie die Kriterien für oder gegen eine Endoprothese sind erstmals wissenschaftlich fundiert aufbereitet und zusammengefasst“, betont DGOU-Präsident  Prof. Dieter C. Wirtz aus Bonn. Damit wolle man Ärzte bestmöglich bei der Einschätzung des Therapiebedarfs unterstützen. Es gehe auch darum,  Gefahren und Risiken für die Patienten zu identifizieren und zu einer besseren Aufklärung von Patienten sowie zu einer partizipativen Entscheidungsfindung zwischen Ärzten und Patienten beizutragen. „In der Zusammenschau ermöglichen die genannten Punkte eine fundierte ärztliche Indikationsstellung und damit die Sicherstellung einer bedarfsgerechten und zweckmäßigen Patientenversorgung“, so Wirtz.

 

Coxarthrose nennt sich der Verschleiß

Am häufigsten werden künstliche Hüftgelenke bei älteren Menschen eingesetzt. Das Durchschnittsalter beträgt in Deutschland 72 Jahre. Grund ist, dass mit zunehmendem Alter das Hüftgelenk verschleißt. Man spricht dann von einer Coxarthrose. Anfangs können Schmerzen und Bewegungseinschränkungen mit Schmerzmitteln und Physiotherapie gelindert werden. Doch wenn der Verschleiß fortschreitet, wird der Leidensdruck für die Patienten immer größer. Dann muss genau abgewogen werden, ob eine Operation sinnvoll sein kann. Vielen Patienten gibt die neue Hüfte ihre Beweglichkeit zurück. Doch oft ließen sich die Beschwerden auch mit konservativen Mitteln lindern, ohne das Risiko einer Operation.

Die S3-Leitlinie ist abrufbar auf der Website der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF).

Foto: © Adobe Stock/Andrey Popov

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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