. Wärme mittels magnetischer Nanopartikel

Neue Krebstherapie zugelassen

Die Berliner MagForce Nanotechnologies AG hat nach jahrelanger intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit die europäische Zulassung für die so genannte Nano-Krebs®-Therapie erhalten. Dies gab das Unternehmen Ende Juni bekannt. Die Zulassung umfasst die Behandlung von Hirntumoren - durch Wärme mittels magnetischer Nanopartikel.
Mit Nanopartikeln gegen den Krebs

Mit Nanopartikeln gegen den Krebs

Der Zulassungsbescheid bedeutet, dass die prüfenden Benannten Stellen, die für die Konformitätsbewertung von Medizinprodukten zuständig sind, ihre Prüfung des Marktzulassungsgesuches für die Nano-Krebs®-Therapie abgeschlossen haben und die Therapie alle Anforderungen in Hinblick auf Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit erfüllt hat, teilte die MagForce Nanotechnologies AG mit.

Neuer, innovativer Krebstherapieansatz

"Dies ist ein historischer Meilenstein für die MagForce" kommentiert Dr. Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender der MagForce Nanotechnologies AG, die erhaltene Zulassung. "Das Unternehmen hat in enger Zusammenarbeit mit einer Reihe von akademischen Partnern, vor allem mit der Charité Universitätsmedizin Berlin, in den vergangenen zwei Jahrzehnten diesen hoch innovativen Therapieansatz zur Behandlung solider Tumore entwickelt. Dabei hat sich der Gründer des Unternehmens und mein Vorstandskollege, Dr. Andreas Jordan, nie vom Weg abbringen lassen, seine Vision von einer neuartigen, auf einem nanotechnologischem Prinzip basierenden, Krebsbehandlung konsequent zu verfolgen. So freut es mich auch ausserordentlich, dass mit dem erhaltenen Bescheid ein vollkommen neues Nanomedizin-Produkt die Marktzulassung erhält."

Wärme durch magnetische Nanopartikel bekämpft den Tumor

Das Prinzip der Nano-Krebs®-Therapie ist die direkte, minimal-invasive Einbringung magnetischer Nanopartikel in den Tumor und ihre anschliessende Erwärmung in einem magnetischen Wechselfeld. Bei den Nanopartikeln handelt es sich um sehr kleine, in Flüssigkeit gelöste Teilchen aus Eisenoxid mit einem Durchmesser von etwa 20 Nanometer (inklusive der Hülle). Die Partikel werden durch ein Magnetfeld in Schwingung versetzt und erzeugen dadurch Wärme. Mit dieser Technik ist man in der Lage, den Tumor von innen heraus zu bekämpfen. Die Teilchen gelangen durch ihre Applikation direkt in den Tumor und durch ihre besonderen Beschichtungen in die Tumorzellen. Sie verbleiben aufgrund dieser Hüllgestaltung im Tumor und werden nicht wieder heraus geschleust, so dass sich die Behandlung nur auf das Tumorgewebe beschränkt und Umgebendes gesundes Gewebe geschont wird.

Mit der erfolgten Zulassung stehen nun die Vermarktung und der Vertrieb der neuen Krebstherapie an. Nach Angaben des Unternehmens soll das neue Therapieverfahren zunächst in Deutschland - später in den "grossen" europäischen Ländern eingeführt werden. Ausserdem werde das Unternehmen Gespräche mit den Krankenkassen zur Erstattung der neuen Therapie führen. Erste Umsätze aus der Kommerzialisierung der Nano-Krebs®-Therapie werden im Geschäftsjahr 2011 erwartet. 

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