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Neue Kombination soll Krebs-Immuntherapie verstärken

Die Krebs-Immuntherapie ist einer der großen Hoffnungsträger in der Krebsmedizin. Heidelberger Krebsforscher kombinieren diesen Ansatz jetzt mit der Gentherapie. Von der neuen Gen-Immuntherapie könnten Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und fortgeschrittenem Prostatakarzinom profitieren
Heidelberger Forscher entwickeln Gen-Immuntherapie gegen besonders aggressive Tumore

Heidelberger Forscher entwickeln Gen-Immuntherapie gegen besonders aggressive Tumore

Mit einer Kombination aus Krebs-Immuntherapie und Gentherapie will ein Krebsforscherteam aus Heidelberg aggressive Krebsarten wie Bauchspeicheldrüsenkrebs und fortgeschrittenes Prostatakarzinom gleich doppelt angreifen. Beide Ansätze wurden bisher nur einzeln in klinischen Studien erprobt. An Tiermodellen zeigte die kombinierte Gen-Immuntherapie jedoch bereits Erfolge.

Kombinationstherapie: Tumore lösen sich auf

Durch die Kombinationstherapie kam es bei Mäusen zu einem fast vollständigen Wachstumsstopp des Tumors und auch die Tumorstammzellen verschwanden. Die Tumoren seien in den Experimenten verflüssigt und regelrecht aufgelöst worden, kommentierte Dr. Gerhard Moldenhauer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in einer Pressemeldung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) die bisherigen Ergebnisse.

Bei der Gen-Immuntherapie werden Immunzellen gentherapeutisch manipuliert und an einen Antikörper gekoppelt

Bis der vielversprechende Ansatz an ersten Patienten in klinischen Studien erprobt werden kann, wird es allerdings noch einige Zeit dauern. Denn das vom BMBF geförderte Forschungsvorhaben ist äußerst komplex.

Die Wissenschaftler nutzen dafür sogenannte bispezifische Antikörper. Diese künstlich erzeugten Moleküle binden sowohl an Immunzellen als auch an die bösartigen Tumorzellen und verknüpfen sozusagen beide Zelltypen miteinander. „Unser bispezifischer Antikörper EpCAMxCD3 erfüllt zwei Aufgaben“, erklärt Immunologe Moldenhauer. „Über eine Bindungsstelle für den Oberflächenrezeptor CD3 erkennt der Antikörper T-Zellen des Immunsystems und aktiviert sie. Die zweite Bindungsstelle erkennt das EpCAM Protein, das bei vielen bösartigen Tumorzellen vermehrt auf der Oberfläche vorkommt.“

Immunzellen gegen Krebs

Eine der großen Herausforderungen für die Forscher besteht darin, EpCAM an die Tumorstammzellen zu bringen. Tumorstammzellen überleben oftmals Krebstherapien und sind nach Einschätzung der Krebsforscher maßgeblich für Metastasen und Rezidive verantwortlich. Nicht zuletzt deshalb wollen die Heidelberger Krebsforscher die Wirksamkeit der bispezifischen Antikörper mit Hilfe der Gentherapie verstärken. Hierbei setzen sie ein ungefährliches Virus ein, das die Immunzellen so manipuliert, dass diese vermehrt das Molekül TRAIL – einen Todesliganden – produzieren. Auf diese Weise entstünden supernatürliche Immunzellen, die in der Lage seien, in den Krebszellen den programmierten Zelltod, die so genannte Apoptose, auszulösen, sagt Prof. Dr. Irene Herr vom Universitätsklinikum Heidelberg.

Kombinationstherapie soll den programmierten Zelltod auslösen

Um die Kombinationstherapie einmal am Menschen einzusetzen, müssten die Wissenschaftler zunächst T-Zellen aus dem Blut eines Tumorpatienten isolieren, diese im Labor durch Bestückung mit dem TRIAL-Virus gentherapeutisch verändern und mit den bispezifischen Antikörpern vermischen. Der Patient bekäme das flüssige Therapeutikum anschließend injiziert. „Mit unserer neuen Methode bringen wir speziell manipulierte und verknüpfte Zellen des Immunsystems mit den aggressiven Tumorzellen zusammen. Diese Immunzellen greifen die Tumorzellen an und zerstören sie“, fasst Krebsforscherin Irene Herr den vielversprechenden Plan zusammen. Bislang ist dies allerding noch Theorie. Denn um die komplexe Strategie einmal am Menschen zu testen, bedarf es weiterer aufwändiger Untersuchungen – was noch Jahre in Anspruch nehmen kann.

Foto: © Alexander Raths - Fotolia.com

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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