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Neue Kampagne zum Welt-AIDS-Tag: „Mit HIV kann man leben. Weitersagen!“

Gut einen Monat vor dem Welt-Aids-Tag haben die Deutsche AIDS-Hilfe und die Deutsche AIDS-Stiftung eine neue Kampagne zu HIV lanciert. Plakate mit dem Slogan „Mit HIV kann man leben. Weitersagen!“ werben für ein vorurteilsloses Zusammenleben.
Die neue Kampagne von Deutscher AIDS-Hilfe und AIDS Stiftung: Vorurteilsloses Zusammenleben muss selbstverständlich werden

Die neue Kampagne von Deutscher AIDS-Hilfe und AIDS Stiftung: Vorurteilsloses Zusammenleben muss selbstverständlich werden

In Deutschland ist eine neue Kampagne zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember gestartet. Im Mittelpunkt stehen drei Personen mit HIV: Lillian (47), Christoph (31) und Henning (32). Sie vermitteln die Botschaft, dass man mit HIV ein normales Leben führen und ohne Ängste zusammen leben kann. Lillian fragt: „Gegen HIV hab ich Medikamente. Und Deine Solidarität?“. Henning fügt hinzu: „Mit HIV kann ich alt werden. Noch Fragen?“ Christoph erklärt: „Mit HIV kann ich leben. Weitersagen!“

Die Gemeinschaftskampagne der Deutsche AIDS-Hilfe, der Deutsche AIDS-Stiftung und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) soll helfen, Vorurteile gegenüber HIV-Infizierten abzubauen. Der Verband der Privaten Krankenversicherung. und der Fachverband Außenwerbung unterstützen die Aktion. 

Gröhe fordert normales Zusammenleben

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe erklärte, Deutschland habe eine erfolgreiche Präventionsarbeit geleistet und gehöre zu den Ländern mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa. „Diese Anstrengungen müssen kraftvoll fortgesetzt werden mit dem Ziel, die Zahl der Ansteckungen weiter zu senken. Dazu gehört auch, über die Krankheit zu informieren und so Ängste und Unsicherheiten im Umgang mit HIV-infizierten Menschen abzubauen, damit ein vorurteilsloses Zusammenleben zur Selbstverständlichkeit wird.“

Laut der Deutschen AIDS-Hilfe hat sich das Leben der meisten Infizierten heute weitgehend normalisiert. Menschen mit HIV könnten heute bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie leben wie andere Menschen auch. „Das gilt für alle Lebensbereiche: Es gibt keine Einschränkungen im Beruf oder in der Freizeit“, sagte Björn Beck vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe am Donnerstag zum Kampagnenstart. Viele Menschen mit HIV erlebten allerdings noch immer Diskriminierung, zum Beispiel Zurückweisung im Gesundheitswesen, Nachteile am Arbeitsplatz oder Schuldzuweisungen in der Familie. Grund sei Unwissen. „Viele haben aus Unkenntnis Ängste und wissen nicht, dass HIV im normalen Umgang von Menschen im Beruf, im Alltag und in der Freizeit nicht übertragen wird“, so Beck.

87.000 in Deutschland leben mit HIV

Die Initiatoren der Kampagne hoffen außerdem durch mehr Aufklärung, Menschen zum HIV-Test zu motivieren. Denn rund 1.200 Menschen erfahren jedes Jahr erst von ihrer HIV-Infektion, wenn sie bereits das Vollbild der Erkrankung beziehungsweise einen schweren Immundefekt haben. Darum sterben heute auch in einem reichen Land wie Deutschland immer noch Menschen an AIDS. „Oft gehen Menschen zu spät oder gar nicht zum Arzt, weil sie Angst haben, bei einer entsprechenden Diagnose von anderen ausgegrenzt zu werden, erklärte dazu BZgA-Leiterin Dr. Heidrun Thaiss.

In Deutschland leben rund 87.000 Menschen mit HIV/AIDS. Dank moderner Medikamente haben die meisten von ihnen eine fast normale Lebenserwartung. Sie können in jedem Beruf arbeiten und ihre Freizeit gestalten wie andere auch. Wird HIV rechtzeitig festgestellt und behandelt, ist eine AIDS-Erkrankung vermeidbar.

Autor: ham
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