Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Neue Kampagne zum Welt-AIDS-Tag: „Mit HIV kann man leben. Weitersagen!”

Freitag, 27. Oktober 2017 – Autor:
Gut einen Monat vor dem Welt-Aids-Tag haben die Deutsche AIDS-Hilfe und die Deutsche AIDS-Stiftung eine neue Kampagne zu HIV lanciert. Plakate mit dem Slogan „Mit HIV kann man leben. Weitersagen!“ werben für ein vorurteilsloses Zusammenleben.
Die neue Kampagne von Deutscher AIDS-Hilfe und AIDS Stiftung: Vorurteilsloses Zusammenleben muss selbstverständlich werden

Die neue Kampagne von Deutscher AIDS-Hilfe und AIDS Stiftung: Vorurteilsloses Zusammenleben muss selbstverständlich werden

In Deutschland ist eine neue Kampagne zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember gestartet. Im Mittelpunkt stehen drei Personen mit HIV: Lillian (47), Christoph (31) und Henning (32). Sie vermitteln die Botschaft, dass man mit HIV ein normales Leben führen und ohne Ängste zusammen leben kann. Lillian fragt: „Gegen HIV hab ich Medikamente. Und Deine Solidarität?“. Henning fügt hinzu: „Mit HIV kann ich alt werden. Noch Fragen?“ Christoph erklärt: „Mit HIV kann ich leben. Weitersagen!“

Die Gemeinschaftskampagne der Deutsche AIDS-Hilfe, der Deutsche AIDS-Stiftung und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) soll helfen, Vorurteile gegenüber HIV-Infizierten abzubauen. Der Verband der Privaten Krankenversicherung. und der Fachverband Außenwerbung unterstützen die Aktion. 

Gröhe fordert normales Zusammenleben

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe erklärte, Deutschland habe eine erfolgreiche Präventionsarbeit geleistet und gehöre zu den Ländern mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa. „Diese Anstrengungen müssen kraftvoll fortgesetzt werden mit dem Ziel, die Zahl der Ansteckungen weiter zu senken. Dazu gehört auch, über die Krankheit zu informieren und so Ängste und Unsicherheiten im Umgang mit HIV-infizierten Menschen abzubauen, damit ein vorurteilsloses Zusammenleben zur Selbstverständlichkeit wird.“

Laut der Deutschen AIDS-Hilfe hat sich das Leben der meisten Infizierten heute weitgehend normalisiert. Menschen mit HIV könnten heute bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie leben wie andere Menschen auch. „Das gilt für alle Lebensbereiche: Es gibt keine Einschränkungen im Beruf oder in der Freizeit“, sagte Björn Beck vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe am Donnerstag zum Kampagnenstart. Viele Menschen mit HIV erlebten allerdings noch immer Diskriminierung, zum Beispiel Zurückweisung im Gesundheitswesen, Nachteile am Arbeitsplatz oder Schuldzuweisungen in der Familie. Grund sei Unwissen. „Viele haben aus Unkenntnis Ängste und wissen nicht, dass HIV im normalen Umgang von Menschen im Beruf, im Alltag und in der Freizeit nicht übertragen wird“, so Beck.

 

87.000 in Deutschland leben mit HIV

Die Initiatoren der Kampagne hoffen außerdem durch mehr Aufklärung, Menschen zum HIV-Test zu motivieren. Denn rund 1.200 Menschen erfahren jedes Jahr erst von ihrer HIV-Infektion, wenn sie bereits das Vollbild der Erkrankung beziehungsweise einen schweren Immundefekt haben. Darum sterben heute auch in einem reichen Land wie Deutschland immer noch Menschen an AIDS. „Oft gehen Menschen zu spät oder gar nicht zum Arzt, weil sie Angst haben, bei einer entsprechenden Diagnose von anderen ausgegrenzt zu werden, erklärte dazu BZgA-Leiterin Dr. Heidrun Thaiss.

In Deutschland leben rund 87.000 Menschen mit HIV/AIDS. Dank moderner Medikamente haben die meisten von ihnen eine fast normale Lebenserwartung. Sie können in jedem Beruf arbeiten und ihre Freizeit gestalten wie andere auch. Wird HIV rechtzeitig festgestellt und behandelt, ist eine AIDS-Erkrankung vermeidbar.

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: AIDS , HIV
 

Weitere Nachrichten zum Thema HIV

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
 
Weitere Nachrichten
Die Zahl der HIV-Neuinfektionen ist auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Die der Patienten mit Aids im fortgeschrittenen Stadium nimmt aber offenbar zu, weil viele nicht zum HIV-Test gehen. Experten warnen deshalb: „Aids ist noch nicht vorbei.“


Normalerweise beginnt die Grippesaison nach dem Jahreswechsel. Weil das Immunsystem bei vielen dank der Hygienemaßnahmen aus der Corona-Pandemie auch bei Grippe aus der Übung ist, erwarten Experten die Winter-Welle diesmal früher, schneller und heftiger.
 
Kliniken
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin