. Leben mit Hirntumor (Sponsored Content)

Neue Informationsplattform zum Thema „Glioblastom“ für Patienten und Angehörige

Wie wird ein Glioblastom diagnostiziert, welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es und welche Unterstützungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung? Eine neue Informationsplattform gibt Patienten, Angehörigen und Interessierten einen ausführlichen Überblick.
Glioblastom, neue Behandlungsmöglichkeiten

Diagnose Glioblastom: Auch beim häufigsten und aggressivsten Hirntumor hat die Medizin bemerkenswerte Fortschritte gemacht

Alles begann ganz plötzlich mit ungewöhnlichen Koordinations- und Orientierungsproblemen. Den Verdacht auf Schlaganfall konnten die Ärzte schnell ausräumen. Dafür stellten sie eine andere bittere Diagnose: Glioblastom.

Martin* ist einer von rund 7.000 Menschen in Deutschland, die jedes Jahr an einem bösartigen Hirntumor erkranken.(1) Nicht jeder kann so offen darüber sprechen wie er. Doch Martin hat genau das geholfen: „Wichtig war mir ein offener Umgang mit der Krankheit gegenüber meinem sozialen Umfeld“, beschreibt er seine persönliche Bewältigungsstrategie auf der neuen Informationsplattform für Patienten, Angehörige und Interessierte „www.glioblastom.de“. Hilfreich dabei sei zunächst einmal die sehr gute, klare und verständliche Aufklärung zum Charakter der Erkrankung und zum Weg der Behandlung gewesen, erzählt der Familienvater, den die Diagnose zufällig in München und wie so viele „mitten im Leben“ getroffen hat. Der Erkrankungszeitpunkt liegt meist zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr, kann aber auch deutlich jüngere oder ältere Menschen treffen.

Klare Informationen sind hilfreich, auch für Angehörige

Das Beispiel zeigt, wie wichtig Information und Aufklärung für die Krankheitsbewältigung sind und dass das Teilen von Erfahrungen Mut machen kann. Darum haben Ärztinnen und Ärzte verschiedenster Fachrichtungen gemeinsam den Ratgeber „Glioblastom (GBM)“ herausgegeben, auf dem auch die Inhalte der neuen Internetseite basieren. Patienten finden hier wichtige Informationen über die Entstehung der Erkrankung, die verschiedenen Diagnostik- und Therapieverfahren, die Nachsorge oder die psychologische Begleitung. Und eben auch das Patienteninterview. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass der Ratgeber nicht die ärztliche Betreuung ersetzen kann, sondern Patienten und Angehörige informativ unterstützen will. „Die Diagnose eines Glioblastoms bedeutet zunächst einen erheblichen Einschnitt im Leben der Betroffenen“, schreiben die Hirntumorexperten. „Erfreulicherweise hat sich aber auch bei der Behandlung dieser Erkrankung in den letzten Jahren vieles getan.“

 

Diagnose durch Gewebeprobe sichern

Das Glioblastom ist der häufigste primäre Hirntumor bei Erwachsenen. Leider ist er auch der aggressivste: Das Wachstum ist diffus und infiltrativ, das heißt die Tumorzellen wachsen in das gesunde Gehirngewebe unkontrolliert hinein. Das diffuse Wachstum ist auch einer der Gründe, warum das Glioblastom bis heute unheilbar ist. Ärzte sichern die Diagnose durch bildgebende Verfahren und eine Untersuchung des Tumorgewebes, das bei der Operation gewonnen wird.

Die Behandlungsschritte in der Glioblastomtherapie

Die Operation ist der erste Schritt, um den Tumor zu bekämpfen. Verschiedene Techniken wie die Neuronavigation helfen den Neurochirurgen, so viel wie möglich von den sichtbaren Tumoranteilen zu entfernen und dabei gesunde Strukturen zu erhalten.

Nach dem Eingriff bekommen die Patienten eine lokale Bestrahlung zusammen mit einer begleitenden Chemotherapie. Die kombinierte Radio-Chemotherapie soll das weitere Tumorwachstum hemmen.

Während die Strahlentherapie nach sechs Wochen beendet ist, wird die Chemotherapie meist nach einer vierwöchigen Pause fortgesetzt. „Diese sogenannte Erhaltungstherapie soll dazu beitragen, dass der Tumor möglichst lange in Schach gehalten wird“, erläutert Prof. Dr. Martin Glas, Leiter der Abteilung Klinische Neuroonkologie am Universitätsklinikum Essen.

Den Tumor mit vereinten Kräften bekämpfen

In dieser Behandlungsphase profitieren Patienten von einer weiteren Therapiemodalität: Tumortherapiefelder (TTFields) sind eine lokale, nichtinvasive Therapie, die das Tumorwachstum verlangsamen kann. Ärzte kombinieren die Therapie meist mit einer Erhaltungschemotherapie. In einer großen klinischen Studie konnte gezeigt werden, dass die Kombination mit TTFields zu einer signifikanten Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens führt.(2) Die Behandlung erfolgt nach einer Therapieeinweisung ambulant und lässt sich gut in den Alltag integrieren. Die Zeit bis zum erneuten Tumorwachstum (Rezidiv) konnte ebenfalls verlängert werden.(2) „Aktuell kann die Krankheit noch nicht geheilt werden, aber wir können Menschen, die an einem Glioblastom leiden, die Chance geben, wertvolle Lebenszeit zu gewinnen“, betont Prof. Glas.

Fragen stellen und plausible Antworten finden

Patient Martin hat unterdessen versucht, die Diagnose anzunehmen und dem Leben neue Aspekte abzugewinnen. Aus eigener Erfahrung rät er von einem „Hopping“ von Arzt zu Arzt ab, um auch Verunsicherungen zu vermeiden, wie er sagt. „Allerdings sollte man stets alle Fragen stellen und auf plausible Antworten drängen sowie angebotene psychologische oder seelsorgliche Hilfen in Anspruch nehmen.“

Mehr über das Glioblastom und das Leben mit der Erkrankung können Betroffene, Angehörige und Interessierte am 12. September in Berlin erfahren. Die Selbsthilfegruppe „yeswecan!cer“ lädt an diesem Tag interessierte Betroffene und Angehörige zu einer Informationsveranstaltung ins Kaiserin-Friedrich-Haus ein. Schirmherr der Veranstaltung ist Prof. Dr. Peter Vajkoczy von der Neurochirurgischen Klinik an der Charité.

Unter gemeinsamer Leitung mit dem Neurologen und Hirntumorexperten Prof. Dr. Martin Glas aus Essen informieren sie zusammen mit weiteren Experten über die aktuellen Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten. Auch Themen wie unterstützende Therapien, psychoonkologische Angebote, Rehamaßnahmen oder Hilfe zur Selbsthilfe werden beleuchtet. Im Anschluss besteht die Gelegenheit zum Austausch mit den Ärzten sowie anderen Betroffenen und Angehörigen. Der Eintritt ist frei.

Wann? Donnerstag, 12. September, 16 bis 19 Uhr

Wo? Kaiserin Friedrich-Haus, Robert-Koch-Platz 7, 10115 Berlin

* Name von der Redaktion geändert

1. Robert Koch-Institut. Krebs in Deutschland für 2013/2014

2. Stupp R et al. Effect of tumor-treating fields plus maintenance temozolomide vs maintenance temozolomide alone on survival in patients with glioblastoma: a randomized clinical trial. JAMA 2017; 318(23):2306-2316.

Foto: Novocure Inc

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Medizin , Gesundheitspolitik
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