Anzeige
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Anzeige
04.05.2017

Neue Immuntherapie gegen schwarzen Hautkrebs

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen (FAU) haben erfolgreich eine neue Immuntherapie gegen metastasierenden schwarzen Hautkrebs getestet.
Muttermale

Aus harmlosen Muttermalen kann sich schwarzer Hautkrebs entwickeln

Jedes Jahr erkranken in Deutschland über 20.000 Menschen an einem malignen Melanom. Der schwarze Hautkrebs ist sehr aggressiv und kann bereits im Frühstadium Metastasen bilden. Neue Therapie-Ansätze wie die Immuntherapie vergrößern die Überlebenschancen der Patienten: So verstärken Checkpoint-Inhibitoren die Immunantwort und potenzieren die Abwehrmechanismen des Körpers gegen die Krebszellen.

Doch die Checkpoint-Blockade-Immuntherapie hat sehr starke Nebenwirkungen, heißt es weiter in einer Mitteilung der FAU. Die Erlanger Wissenschaftler testeten daher seit 2002 in einer klinischen Studie einen Impfstoff auf der Basis dendritischer Zellen. Die Untersuchung erschien jetzt im Fachmagazin Journal of Clinical Investigation.

T-Zellen schwärmen aus und bekämpfen den Tumor

„Dendritische Zellen steuern die Immunantwort im Körper und aktivieren T-Lymphozyten, die zum Beispiel eingedrungene Mikroben, aber auch Tumorzellen bekämpfen“, erklärt Prof. Gerold Schuler, Direktor der Hautklinik und Studienleiter. Dafür platzieren sie Erkennungsfragmente der von Tumorzellen auf ihrer Oberfläche. Diese Antigene werden von den Rezeptoren der T-Killerzellen erkannt. Die aktivierten T-Killerzellen vermehren sich, schwärmen über das Blut aus und suchen sich ihr Ziel, also durch bösartige Veränderung geschädigte Zellen.

Das Team um PD Dr. Beatrice Schuler-Thurner, Leiterin Experimentelle Immuntherapie an der Erlanger Hautklinik, hat aus dem Blut von Melanom-Patienten vorgereifte und mit zehn tumorspezifischen Antigenen beladene dendritische Zellen gezüchtet, um die Zahl und Wirkung der den Tumor erkennenden T-Zellen im Patienten zu steigern.

Vorteil der neuen Immuntherapie gegen schwarzen Hautkrebs

Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurden die Patienten zehn Mal mit diesem Medikament geimpft, bei Erfolg wurde die Impfung in halbjährlichen Abständen fortgeführt. Die Ergebnisse stimmen die Mediziner optimistisch: Von den 53 geimpften Patienten mit metastasierenden Melanomen lebten zwölf Jahre später immerhin noch 19 Prozent. Die Überlebensrate von rund einem Fünftel entspricht der einer Therapie mit dem seit 2011 zugelassenen Checkpoint-Inhibitor Ipilimumab. Vorteil der neuen Immuntherapie gegen schwarzen Hautkrebs: Die in Erlangen behandelten Personen zeigten deutlich geringere Nebenwirkungen, die sich überwiegend auf Haut-Reaktionen beschränkten.

Mittlerweile haben die Forscher das Verfahren noch weiter verfeinert: Sie verwenden RNA aus den jeweiligen Tumorzellen des Patienten als Antigenquelle, wodurch eine hundertprozentig personalisierte Impfstoffe zum Einsatz kommt. „Dieser Ansatz wird von uns momentan in einer Studie getestet, an der neun Universitätskliniken in Deutschland beteiligt sind“, sagt Gerold Schuler. „200 Patienten mit einem Aderhautmelanom sollen im Rahmen dieser aufwändigen, von der Deutschen Krebshilfe finanzierten Studie betreut werden.“

Foto: Dan Race/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schwarzer Hautkrebs
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schwarzer Hautkrebs

12.01.2016

Die Medikamente Dabrafenib („Tafinlar“) und Trametinib („Mekinist“) sind für Erwachsene mit malignem Melanom zugelassen. Sie dürfen seit Ende 2015 auch kombiniert werden. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) prüfte, ob die Kombi den Patienten nützt.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Noch nie haben sich in Deutschland so viele Menschen nach Zeckenbissen im Grünen mit Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) angesteckt wie 2020 – und Experten befürchten eine weiter steigende Tendenz. Neu ist: Die nur durch Zecken übertragene und im schlimmsten Fall tödliche Form der Hirnhautentzündung wandert Richtung Norden – und tritt in der Natur verstärkt in größeren Höhen auf.


In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Anteil der Geburten per Kaiserschnitt in Deutschland fast verdoppelt – auf zuletzt fast 30 Prozent. Der Richtwert der WHO liegt bei 15 Prozent. Geburtsspezialisten der Medizinischen Hochschule Hannover raten jedoch, pro und contra in jedem Einzelfall besonnen gegeneinander abzuwägen. Ein Kaiserschnitt sei „nicht automatisch besser“ und „in vielen Fällen medizinisch nicht notwendig“.
 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin