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Neue GOÄ soll 2015 stehen

Die neue Gebührenordnung für Ärzte in der privatärztlichen Behandlung (GOÄ) soll zum Jahresende stehen. Das kündigten Vertreter der Bundesärztekammer und des Verbands der Privaten Krankenversicherung beim Deutschen Internistentag in Berlin an.
GOÄ, Abrechnung, Krankenkassen, Transparenz

Bei der Neufassung der privatärztlichen Gebührenordnung GOÄ geht's ums Geld

Ein Ende der Streitigkeiten um Analogziffern, eine aktuelle Abbildung von ärztlichen Leistungen, eine bessere Gewichtung technischer und menschlicher Anteile in der Behandlung – groß sind die Erwartungen an die neue GOÄ. Und ebenso groß sind die Zweifel und Befürchtungen bei ihrer Entwicklung.

 

 

Die GOÄ darf kein Edel-EBM werden“, warnte der Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) Dr. Wolfgang Wesiack beim Internistentag.

Er äußerte große Bedenken hinsichtlich der Struktur der neuen GOÄ. Gerät sie zu sehr in die Nähe der Abrechnung für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) mit Budgets, dann will Wesiack notfalls auch prüfen, ob man besser ganz auf eine Novellierung verzichten sollte.

GOÄ 2015: Ärzteverbände sehen Novelle kritisch

Ähnlich besorgt und kritisch äußerten sich auch Dr. Klaus Reinhard, Chef des Hartmannbundes, und der Präsident des Verbandes der Leitenden Krankenhausärzte (VLK) Professor Hans-Fred Weiser. Zweifel äußerten sie vor allem an der geplanten Kommission zur Pflege der GOÄ, die unter ministerieller Aufsicht stehen solle. Gemutmaßt wird, dass sie einen Budgetdeckel auf das bislang offene System der PKV-Abrechnung bringen soll.

Dagegen versicherte Volker Leienbach, Direktor und Geschäftsführer des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV), dass ihr nicht an einer Angleichung an das GKV-System gelegen sei. „Die PKV lebt vom Unterschied“, sagte er. Von Budgetierung sei nirgends die Rede. Aber: „Wir wissen nicht wie ein völlig neues Gebilde sich entwickelt. Wir brauchen einfach nach oben und nach unten Nachsteuerungsmöglichkeiten“, sagte er zur Rechtfertigung der geplanten Kommission.

 

Mehr Transparenz ist Konsens

Auch der Verhandlungsführer der Bundesärztekammer (BÄK) Dr. Theodor Windhorst hält die Kommission für einen begrenzten Zeitraum von drei Jahren für unverzichtbar. Er warb für mehr Vertrauen in die Verhandlungsführer der BÄK. „Wir sind weder Büttel der PKV noch machen wir eine Gebührenordnung für die PKV“, sagte Windhorst. Er räumte jedoch offen ein, dass er Vorwürfe der Intransparenz für absolut richtig hält. Um diesen Vorwürfen zu begegnen, soll nun Vertreter der Ärzteverbände in die Verhandlungen mit der PKV einbezogen werden, wie Windhorst ankündigte. Zudem stellte er klar, dass der einmal errechnete und angestrebte Inflationsausgleich von 32 Prozent sicher nicht erreicht wird. Eine konkrete Größenordnung nannte er nicht. Er beschränkte sich auf die Aussage, dass der Zuwachs zweistellig sein müsse.

Foto: M. Schuppich - Fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
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