. Expertisen-Gemeinschaft

Neue Forschungskooperation besiegelt

Die Charité und der Pharmakonzern sanofi-aventis werden künftig zur Erforschung und Entwicklung innovativer Arzneimittel und Therapien noch enger zusammenarbeiten. Dies sieht ein Kooperationsvertrag vor, der am 31. Mai 2010 in Berlin unterzeichnet wurde. Es handelt sich um die erste Private Public Partnership ihrer Art in Deutschland.
Neue Forschungskooperation besiegelt

Foto: sanofi-aventis


 

Ziel des Kooperationsvertrages ist, das gemeinsame Potenzial und Know-how in Forschung und Entwicklung zu nutzen, um den Patienten neue Medikamente schneller zur Verfügung stellen zu können. Erste Projekte werden im Bereich der Schlaganfallforschung und der Immuno-Inflammation vorbereitet. Dies schliesst neben anderen entzündlichen Autoimmunerkrankungen auch die rheumatoide Arthrits ein. Begleitend ist die Einrichtung eines Förderprogramms für innovative Projekte junger Forscherinnen und Forscher geplant.

Forschungskooperation besiegelt

"Wir beschreiten mit dieser Kooperation innovative Wege in der Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen und der Industrie", erklärt Prof. Einhäupl" Vorstandsvorsitzender der Charité - Universitätsmedizin Berlin. "Diese neue Kultur des Austauschs liegt im wechselseitigen Interesse. Strukturelle und finanzielle Herausforderungen lassen sich mit vereinten Kräften besser überwinden."

Bereits in einer frühen Forschungsphase wollen beide Partner ihre jeweilige wissenschaftliche Expertise kombinieren. Anders als bei klassischen Formen der Zusammenarbeit wie etwa der klinischen Arzneimittelentwicklung wird die Kooperation bereits im Labor einsetzen. Ein Leitmotiv ist dabei die Translationale Medizin, also die Überführung von grundlagenwissenschaftlichen Forschungsergebnissen in anwendungsorientierte, klinische Entwicklung. So sollen zum Beispiel Modellsysteme gemeinsam erschlossen und getestet sowie neue Ansätze zur personalisierten Medizin verfolgt werden - immer mit dem Blick auf konkrete Therapien.

Auch aus Sicht der Politik wird die Forschungskooperation sehr begrüsst. Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, sagte während der Vertragsunterzeichnung: "Forschung wird lediglich dann zu Fortschritt, wenn die Ergebnisse bei den Menschen ankommen. Nur in enger Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft können innovative marktfähige Produkte für bessere Therapien entstehen."

Expertisen-Gemeinschaft

Christopher A. Viehbacher, CEO des weltweit viertgrössten Pharmaunternehmens, sanofo-aventis unterstrich den Willen zur Zusammenarbeit mit den Worten: "Wir freuen uns, dass wir mit der Charité eines der hochkarätigsten klinischen Zentren in ganz Europa für uns gewinnen konnten und mehr noch, dass wir mit ihr unser strategisches Interesse teilen, das den Patienten und seine ganzheitliche Versorgung in den Mittelpunkt aller Aktivitäten stellt." 

Weitere Nachrichten zum Thema Arzneimittelforschung

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Wer regelmäßig Sport treibt, wird seltener krank und kann den Alterungsprozess in einigen körperlichen Bereichen um zehn Jahre zurückdrehen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Langzeitstudie „Gesundheit zum Mitmachen“.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.