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Neue Erkenntnisse zur Thrombose nach Corona-Impfung

Sonntag, 11. Juli 2021 – Autor:
Eine Vakzin-induzierte immunthrombotische Thrombozytopenie trat gehäuft nach der Impfung mit AstraZeneca auf. Studien aus Tübingen geben Ärzten nun wichtige Hinweise, wie das schwere Krankheitsbild früh erkannt und behandelt werden kann.
Impfkomplikation: Wenn die Vakzin-induzierte immunthrombotische Thrombozytopenie schnell erkannt wird, haben die Patienten gute Chancen.

Impfkomplikation: Wenn die Vakzin-induzierte immunthrombotische Thrombozytopenie schnell erkannt wird, haben die Patienten gute Chancen. – Foto: © Adobe Stock/ fotoliaxrender

Die sogenannte Vakzin-induzierte immunthrombotische Thrombozytopenie (VITT) ist ein neu definiertes Syndrom, das zu Thrombosen im Gehirn (Hirnvenenthrombosen bzw. Sinusvenenthrombosen ) und in Bauchgefäßen führt. Außerdem ist dabei die Anzahl der Blutplättchen vermindert. In Deutschland und vielen anderen Ländern traten diese schweren Ereignisse vermehrt nach einer der Impfung mit AstraZeneca auf. Dutzende Patienten starben.

Ärzte der Universitätsklinik Tübingen haben mittlerweile drei Studien veröffentlicht, in denen sie die neuesten Erkenntnisse zur Entstehung, Diagnose und Behandlung der VITT zusammenfassen.

Spezielle Tests für frühe Diagnose erforderlich

Die erste Studie enthält bereits Richtlinien für Ärzte. Eine VITT erfordert demnach eine sofortige klinische Erkennung, gefolgt von einer bestätigenden Labordiagnostik mithilfe spezieller Tests, die nur an wenigen Zentren durchgeführt werden. Unter der Ärztlichen Leitung von Professor Dr. Tamam Bakchoul etablierte das Zentrum für Klinische Transfusionsmedizin (ZKT) in Tübingen diese Tests in seinem Labor und bietet sie auch anderen Krankenhäusern und medizinischen Versorgungszentren an. „Die rechtzeitige Diagnose der impfinduzierten Thrombose ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der Behandlung“, schreibt das Team um Tamam Bakchoul im „Journal of Thrombosis and Hemostasis.“

 

Immunglobuline und Gerinnungshemmer helfen

Weiter konnte ein Ärzteteam des Uniklinikums zeigen, wie die Antikörper-vermittelte Aktivierung der Blutplättchen zur Entwicklung der VITT beiträgt. Die weiteren Untersuchungen an fünf betroffenen Frauen und drei betroffenen Männern wiesen darauf hin, dass die Aktivierung der Blutplättchen durch eine Immunglobulintherapie gehemmt werden kann. Dies sei für die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit VITT von großer Bedeutung, schreibt die Arbeitsgruppe von Dr. Karina Althaus im „Journal of Thrombosis and Hemostasis“. 

Kein zusätzliches Risiko für Hirnblutungen

In einer Folgestudie untersuchten Kollegen des Uniklinikums dann die Wirksamkeit der Immunglobulintherapie bei Patienten mit VITT. Demnach kann die Immunglobulintherapie zusammen mit einer Antikoagulation (Medikamentengabe zur Hemmung der Blutgerinnung) die Thrombozytenzahl schnell erhöhen und eine Gerinnungsaktivierung hemmen – und zwar ohne zusätzliches Risiko für eine Hirnblutung. Außerdem könne durch die Therapie mit Immunglobulinen ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden. Diese Ergebnisse wurden in der medizinischen Fachzeitschrift „Blood“ veröffentlicht.

Hauptkategorien: Corona , Medizin
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