. Berliner Altersstudie (BASE)

Neue Erkenntnisse zu altersbedingtem Muskelschwund

Etwa jeder zweite Mensch über 80 ist von altersbedingtem Muskelschwund betroffen. Sport scheint das Erkrankungsrisiko zu verringern, allerdings nur bei Männern und wenn er ein Leben lang praktiziert wird. Das zeigt eine neue Auswertung der Berliner Altersstudie.
Berliner Altersstudie: Männer können altersbedingtem Muskelschwund durch lebenslangen Sport vorbeugen. Für Frauen gilt das offenbar nicht

Berliner Altersstudie: Männer können altersbedingtem Muskelschwund durch lebenslangen Sport vorbeugen. Für Frauen gilt das offenbar nicht

Wenn ältere Menschen gebrechlich werden, liegt das nicht selten am altersbedingten Muskelschwund, der so genannten Sarkopenie. Die Abnahme der Muskelmasse kann schon mit 50 Jahren beginnen, wobei die Muskelkraft nachlässt und das Risiko für Stürze und Knochenbrüche steigt. Schätzungen gehen davon aus, dass jeder zweite über 80-Jährige betroffen ist.

Der Frage, ob man mit Sport dem altersbedingten Muskelschwund vorbeugen kann, sind nun Wissenschaftler der Charité und der Langzeitstudie Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) nachgegangen. Dafür wurden im Rahmen der Berliner Altersstudie (BASE II) 891 Männer und Frauen im Alter zwischen 60 und 85 Jahren medizinisch untersucht und befragt. Wie die Auswertung zeigt, halbiert Sport das Risiko an Sarkopenie zu erkranken. Jedoch trifft das nur auf Männer zu, die mindestens seit ihrem 30. Lebensjahr sportlich aktiv waren und bis zum Zeitpunkt der Studie noch trainierten. Bei Frauen hat Sport offenbar keinen Effekt auf das Erkrankungsrisiko, ebenso wenig bei Männern, die nur in jungen Jahren oder erst kurz vor der Untersuchung trainiert hatten.

Sport, aber bitte kontinuierlich

Männer, die seit Jahrzehnten Sport treiben, hatten laut der Untersuchung eine deutlich höhere Muskelmasse als ihre inaktiven Altersgenossen. Auch beim so genannten Greifkrafttest, der über die Muskelkraft und den Gesundheitszustand im Allgemeinen Auskunft gibt, schnitten sie deutlich besser ab. Die Wissenschaftler sehen in den Ergebnissen ein gutes Argument dafür, kontinuierlich bis ins hohe Alter Sport zu treiben. „Nur als junger Mann Sport zu treiben, oder erst als Senior damit zu beginnen, reicht nicht aus, um das Risiko einer Sarkopenie zu verringern“, sagt der Gesundheitsökonom Peter Eibich, sagt der Gesundheitsökonom Peter Eibich, Hauptautor der Studie. Die Daten widerlegten die weit verbreitete Annahme, dass es genüge, in jungen Jahren Sport zu treiben, um auch im Alter noch fit zu sein.

Frauen müssten vielleicht mehr Muskeln aufbauen

Warum Frauen dem altersbedingten Muskelschwund nicht vorbeugen konnten, auch wenn sie seit ihrer Jugend genauso fleißig trainierten wie Männer, darüber können die Studienautoren nur spekulieren: „Möglicherweise trainieren viele Frauen nicht intensiv genug, um ausreichend Muskeln aufzubauen“, meint Eibich.

Die Ergebnisse der aktuellen Studie sind in der Fachzeitschrift „Journals of Gerontology“ erschienen.

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