Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Neue Erkenntnisse zu Alkohol und Demenz

Mittwoch, 28. Februar 2018 – Autor:
Forscher konnten jetzt den Zusammenhang zwischen übermäßigem Alkoholgenuss und Demenz an 32 Millionen Patienten aufzeigen. Demnach sind drei Gläser Wein am Tag eindeutig zu viel.
Alkohol, Demenz

Beeinflussbarer Risikofaktor für Demenz: Zu viel Alkohol macht das Gehirn kaputt

Alkohol ist ein erheblicher Risikofaktor für alle Formen von Demenz. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher vom Translational Health Economics Network in Paris, nachdem sie Daten von 32 Millionen Patienten ausgewertet hatten, die zwischen 2008 und 2013 in französischen Krankenhäusern behandelt wurden. Dabei zeigte sich, dass die Menge für den Gedächtnisverlust entscheidend ist. Demnach haben starke Trinker ein dreifach erhöhtes Risiko, eine Demenz einschließlich der Alzheimererkrankung zu entwickeln. Als Starker Trinker gilt, wer täglich mindestens eine Flasche Wein oder 1,5 Liter Bier konsumiert. Beides entspricht etwa 60 Gramm reinem Alkohol. Frauen zählen laut Definition schon als Trinker, wenn sie täglich 40 Gramm zu sich nehmen, da sie Alkohol schlechter verwerten können als Männer.

Frühe Demenz ist meist mit Alkoholkonsum assoziiert

Bei der Analyse der Patientendaten konnten die Forscher einen eindeutigen Zusammenhang zwischen übermäßigem Alkoholkonsum und Hirnschäden nachweisen. Insbesondere bei einer frühen Demenz vor dem 65. Lebensjahr war Alkohol in mehr als 50 Prozent aller Fälle beteiligt. Die Forscher schätzen, dass in der Gesamtbevölkerung etwa 39 Prozent aller Demenzerkrankungen auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen sind. Damit sei Alkohol der größte beeinflussbare Risikofaktor für Demenz, schreiben die Wissenschaftler um Michale Schwarzinger im Fachmagazin „The Lancet Public Health.“

 

Studie liefert keine Kausalität

Der Zusammenhang zwischen Demenz und Alkoholkonsum bedürfe zwar noch weiterer Forschung, räumt Schwarzinger ein. Denn eine Kausalität konnte in der retrospektiven Studie nicht nachgewiesen werden. „Höchstwahrscheinlich führt Alkohol jedoch zu dauerhaften strukturellen und funktionellen Hirnschäden", so der Forscher.

Harald Juhnke ist ein prominentes Beispiel, was starker Alkoholkonsum mit dem Gehirn machen kann. Der Schauspieler war – mit Unterbrechungen – seit 1959 alkoholabhängig und musste seine Karriere wegen fortgeschrittener Demenz im Jahr 2000 beenden. Bis zu seinem Tod im Jahr 2005 lebte Juhnke in einem Pflegeheim.

Foto: pixabay

Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Alkohol , Demenz , Alzheimer
 

Weitere Nachrichten zum Thema Alkohol

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Das Image von Bakterien ist schlecht. Vielen denken dabei an Schmutz und Krankheiten. Doch das ist nur die eine Seite. Billionen von nützlichen Mikroorganismen leben auf und in unserem Körper, schützen uns vor Infektionen und erhalten uns gesund.

 
Kliniken
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin