. Studie aus Frankreich

Neue Erkenntnisse zu Alkohol und Demenz

Forscher konnten jetzt den Zusammenhang zwischen übermäßigem Alkoholgenuss und Demenz an 32 Millionen Patienten aufzeigen. Demnach sind drei Gläser Wein am Tag eindeutig zu viel.
Alkohol, Demenz

Beeinflussbarer Risikofaktor für Demenz: Zu viel Alkohol macht das Gehirn kaputt

Alkohol ist ein erheblicher Risikofaktor für alle Formen von Demenz. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher vom Translational Health Economics Network in Paris, nachdem sie Daten von 32 Millionen Patienten ausgewertet hatten, die zwischen 2008 und 2013 in französischen Krankenhäusern behandelt wurden. Dabei zeigte sich, dass die Menge für den Gedächtnisverlust entscheidend ist. Demnach haben starke Trinker ein dreifach erhöhtes Risiko, eine Demenz einschließlich der Alzheimererkrankung zu entwickeln. Als Starker Trinker gilt, wer täglich mindestens eine Flasche Wein oder 1,5 Liter Bier konsumiert. Beides entspricht etwa 60 Gramm reinem Alkohol. Frauen zählen laut Definition schon als Trinker, wenn sie täglich 40 Gramm zu sich nehmen, da sie Alkohol schlechter verwerten können als Männer.

Frühe Demenz ist meist mit Alkoholkonsum assoziiert

Bei der Analyse der Patientendaten konnten die Forscher einen eindeutigen Zusammenhang zwischen übermäßigem Alkoholkonsum und Hirnschäden nachweisen. Insbesondere bei einer frühen Demenz vor dem 65. Lebensjahr war Alkohol in mehr als 50 Prozent aller Fälle beteiligt. Die Forscher schätzen, dass in der Gesamtbevölkerung etwa 39 Prozent aller Demenzerkrankungen auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen sind. Damit sei Alkohol der größte beeinflussbare Risikofaktor für Demenz, schreiben die Wissenschaftler um Michale Schwarzinger im Fachmagazin „The Lancet Public Health.“

 

Studie liefert keine Kausalität

Der Zusammenhang zwischen Demenz und Alkoholkonsum bedürfe zwar noch weiterer Forschung, räumt Schwarzinger ein. Denn eine Kausalität konnte in der retrospektiven Studie nicht nachgewiesen werden. „Höchstwahrscheinlich führt Alkohol jedoch zu dauerhaften strukturellen und funktionellen Hirnschäden", so der Forscher.

Harald Juhnke ist ein prominentes Beispiel, was starker Alkoholkonsum mit dem Gehirn machen kann. Der Schauspieler war – mit Unterbrechungen – seit 1959 alkoholabhängig und musste seine Karriere wegen fortgeschrittener Demenz im Jahr 2000 beenden. Bis zu seinem Tod im Jahr 2005 lebte Juhnke in einem Pflegeheim.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Alkohol , Demenz , Alzheimer
 

Weitere Nachrichten zum Thema Alkohol

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Wird sie nicht rechtzeitig erkannt, endet eine Sepsis in der Regel tödlich. Die Schwierigkeit liegt jedoch darin, dass die Anzeichen einer Sepsis häufig den Symptomen von harmlosen Infektionskrankheiten ähneln. Dennoch gibt es Hinweise für eine Sepsis, die mit den richtigen diagnostischen Maßnahmen zu erkennen sind.
Auffällig viele Leistungssportler nehmen Asthma-Medikamente ein. Eine Studie der Uni Ulm untersucht jetzt, ob die Sprays nicht doch eine Doping-ähnliche Wirkung haben. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) finanziert die Ulmer Studie mit 315.000 Dollar.
. Top-Termine
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.