Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
17.05.2020

Neue CO2-Rekordwerte: Corona hat keinen Effekt auf Klimawandel

Der Corona-Lockdown wird den Klimawandel wohl nicht aufhalten können. Der CO2-Gehalt der Atmosphäre hat im März und April Rekordwerte erreicht. Klimaforscher sind alarmiert.
Trotz Corona-Pandemie und sinkender Emissionen steigt der CO2-Gehalt der Atmosphäre

Trotz Corona-Pandemie und sinkender Emissionen steigt der CO2-Gehalt der Atmosphäre

Der weltweite Corona-Shutdown könnte den CO2-Ausstoß aus fossilen Energiequellen in diesem Jahr global um etwa acht Prozent senken. Zu diesen Schätzungen ist die Internationale Energieagentur (IEA) gelangt. Doch der Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) ist immer noch so groß, dass der CO2-Gehalt der Atmosphäre auf neue Rekordwerte angestiegen ist. Die atmosphärische CO2-Konzentration ist hauptsächlich für den Temperaturanstieg ausschlaggebend.

Rekordwerte in der Atmosphäre gemessen

Im März kletterte die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre an der Messstation des Umweltbundesamtes (UBA) auf der Zugspitze im Monatsdurchschnitt zum ersten Mal auf fast 418 ppm (Teilchen pro Million Teilchen Luft). Der neue Rekordwert liegt damit fast 3 ppm höher als 2019. Auch für den Monat April liegt die Konzentration mit 415,779 ppm höher als im Vorjahr.

In Hawaii wurden ebenfalls Rekordwerte gemessen: Die US-amerikanische Wetterbehörde NOAA meldet als Durchschnittswert für April 416,21 ppm und damit einen Anstieg von 2,88 ppm im Vergleich zu 2019. Für Mai wird dort auch ein neuer Rekord erwartet.

 

Ein Jahr Shutdown hat keinen Effekt auf Klimawandel

Die neuen Rekordwerte verdeutlichten, dass ein einzelnes Jahr mit Emissionsreduktionen keinen nachweisbaren Effekt auf die Klimaentwicklung habe, betonen Klimaforscher des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK). „Die kurze Pause aufgrund des Shutdowns reicht bei weitem nicht, um die Klimaentwicklung auf einen Pfad zu lenken, der dem Klimaziel von Paris entspricht. Notwendig ist, die Emissionen in den kommenden Jahren konstant in dieser Größenordnung zu senken – ohne dabei die Wirtschaft lahmzulegen“, sagt der DKK- Vorstandsvorsitzende Professor Mojib.

Um den Klimawandel tatsächlich abzubremsen, wäre also ein jährlicher Rückgang des CO2-Ausstoßes in der jetzigen Größenordnung notwendig. Bis zur Mitte des Jahrhunderts müssen laut Weltklimarat die weltweiten CO2-Emissionen netto auf null sinken, wenn das 1,5-Grad-Ziel erreicht werden soll.

Co2-Emissionen verweilen 100 Jahre in der Atmosphäre

Dass der CO2-Gehalt der Atmosphäre trotz sinkender Emissionen weiter ansteigt, liegt an der sehr langen Verweildauer des Kohlendioxids in der Atmosphäre. Auch wenn die Ozeane und die Landregionen laut Global Carbon Project derzeit etwas mehr als die Hälfte des von der Menschheit ausgestoßenen CO2 aufnehmen, verweilt der Rest für ungefähr ein Jahrhundert in der Luft. Nur ein vollständiger und dauerhafter Stopp der Emissionen führt zu einer Stabilisierung des CO2-Gehalts und längerfristig zu seiner Verringerung.

„Es geht bei der Bewältigung der Covid-19-Krise jetzt um einen Wettbewerb der besten Ideen, wie die Wirtschaft gefördert und gleichzeitig der CO2-Ausstoß deutlich verringert werden kann“, sagt Mojib. „Je später die Transformation beginnt, desto schwieriger wird es.“

Foto: © Adobe Stock/ pusteflower9024

Autor: ham
Hauptkategorien: Umwelt und Ernährung , Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Klimawandel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Klimawandel

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Die Zahl der Diabetesfälle ist dabei zu explodieren – in Deutschland wie weltweit. Die WHO spricht schon jetzt von einer weiteren „Pandemie“. Ein Experte der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erklärt, was jeder Einzelne selbst tun kann und sollte, um sein persönliches Risiko für eine Diabetes-Erkrankung zu reduzieren.


 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin