. Krebstherapie

Neue Behandlungsmethode bei Bauchfellkrebs

Eine neue Methode zur Behandlung von Bauchfellkrebs, die PIPAC-Methode, zeigt erste Erfolge. Dabei wird das Chemotherapeutikum in Aerosolform direkt in den Bauchraum appliziert. Die Methode wird nun auch am Universitätsklinikum Leipzig angeboten.
Neue Behandlung bei Bauchfellkrebs

Ein Chemotherapeutikum in Sprayform soll die Krebszellen direkt vor Ort bekämpfen

Jedes Jahr erkranken etwa 20.000 Menschen in Deutschland neu an Bauchfellkrebs. Er entsteht fast ausschließlich durch Metastasen anderer Krebsgeschwüre und bedeutet somit meistens eine bereits weit fortgeschrittene Krebserkrankung. Bisher liegt die Lebenserwartung bei Bauchfellkrebs im Durchschnitt bei unter einem Jahr. Doch seit einiger Zeit hat sich das Therapiespektrum erweitert. Die neueste Methode, die sogenannte PIPAC-Therapie (Pressurized IntraPeritoneal Aerosol Chemotherapy), kann vorläufigen Studienergebnissen zufolge den Bauchfellkrebs zurückdrängen.

Chemotherapeutikum als Spray

Bereits vor einigen Jahren wurde eine neue Methode zur Behandlung von Bauchfellkrebs entwickelt, die unter anderem an der Charité in Berlin angewendet wird. Bei der HIPEC-Methode (Hypertherme IntraPEritoneale Chemotherapie) wird nach der operativen Beseitigung des Tumors der Bauchraum mit erhitzten Chemotherapeutika gespült. Dadurch gelangen die Medikamente direkt in die Bauchhöhle. Es konnte gezeigt werden, dass einige Patienten dank dieser Therapie langfristig überleben oder in Einzelfällen sogar geheilt werden können. Allerdings ist die Methode nur bei ausgewählten Patienten sinnvoll, zudem gilt sie als sehr belastend.

Nun haben Forscher eine Therapiemethode entwickelt, bei der das Chemotherapeutikum minimalinvasiv über zwei Einschnitte in der Bauchdecke als Aerosol in den Bauchraum gegeben wird. Aufgrund der gasförmigen Konsistenz verteilt sich das Medikament besser als andere Darreichungsformen und dringt bis zu viermal tiefer in das Bauchfellgewebe ein. Die Mediziner erhoffen sich von der Methode eine Lebensverlängerung bei gleichzeitiger Symptomkontrolle.

Neue Hoffnung bei Bauchfellkrebs

Zwar befindet sich die Therapie noch im Stadium der Erprobung, doch erste Studienergebnisse zur PIPAC-Technik machen Hoffnung: Es konnte eine Ansprechrate von über 40 Prozent und eine vollständige Tumorrückbildung von 20 Prozent nachgewiesen werden, das heißt, zwei von zehn zuvor als unheilbar geltenden Patienten mit Bauchfellkrebs waren nach der Therapie tumorfrei.

Die Therapie scheint zudem sehr gut vertragen zu werden. Die neue Behandlungsmethode wird auch im Universitätsklinikum Leipzig (UKL) angeboten. „Jetzt können wir den Patienten, bei denen die bisherige Behandlung erfolglos blieb oder die diese nicht vertragen haben, eine effektive Behandlung anbieten“, so Dr. Boris Jansen-Winkeln, leitender Oberarzt in der Viszeralchirurgie der Uniklinik. Zudem, so der Mediziner, könnten bisherige Therapien mit PIPAC kombiniert werden, um so die Effektivität zu steigern.

Foto: © vitanovski - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin

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