. Gebärmutter-Erkrankungen

Neue Behandlungs-Leitlinie für gutartige Gebärmutter-Erkrankungen

Wie sollten Myome, Blutungsstörungen oder Endometriose am besten therapiert werden? Die Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) hat eine neue S3-Leitline dazu vorgestellt. Sie gibt Behandlungsempfehlungen bei gutartigen Gebärmutter-Erkrankungen.
Bei gutartigen Erkrankungen muss die Gebärmutter nicht immer entfernt werden

Gutartige Gebärmutter-Erkrankungen lassen sich minimalinvasiv behandeln

Die Leitlinie beschäftigt sich mit der Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) und organerhaltenden, minimalinvasiven Eingriffen (Schlüssellochchirurgie). Organerhaltende Verfahren zeigen weniger Komplikationen, allerdings sind zuweilen erneute Eingriffe nötig, weil die Beschwerden anhalten oder wieder auftreten, so Dr. Monika Nothacker von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).

Bei der Entscheidung für eine Therapie komme der Lebenssituation der Frauen und ihren Präferenzen ein hoher Stellenwert zu. So kann für die eine entscheidend sein, die Gebärmutter zu behalten und für eine andere, möglichst keinen weiteren Eingriff vornehmen lassen zu müssen, sagt Prof. Klaus-Joachim Neis, wissenschaftlicher Koordinator der Leitlinie.

Gutartige Erkrankungen: Wann die Gebärmutter entfernen?

Über eine Hysterektomie kann nachgedacht werden kann, wenn ein Kinderwunsch, auch wenn er noch so latent ist, nicht mehr besteht. „Wenn Myome deutlich wachsen, angrenzende Organe betroffen sind und starke Blutungen auslösen, die nicht anders zu stoppen sind, ist die Entscheidung für eine Gebärmutterentfernung mit der Patientin abzuwägen“, so Neis. Ebenso sei bei einer Vielzahl kleiner Myome und bei sehr starken Symptomen einer Endometriose eine Hysterektomie notwendig.

Die Gebärmutter sollte möglichst über die Scheide entfernt werden. Ist dies nicht möglich, ist als Methode eine Bauchspiegelung zu prüfen. Ein Bauchschnitt sollte nur noch in eng umschriebenen Situationen durchgeführt werden.

Die Leitlinie „Indikation und Methodik der Hysterektomie bei benignen Erkrankungen" wurde mit Vertretern der Österreichischen und der Schweizer Gesellschaften für Gynäkologie und Geburtshilfe erarbeitet. Sie ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz zunächst fünf Jahre lang gültig.

Foto: ruigsantos

Autor: red

Weitere Nachrichten zum Thema Gynäkologie

| Regelschmerzen sind für viele Frauen bis zu einem gewissen Punkt normal. Werden sie jedoch unerträglich, kann eine Endometriose dahinterstecken, eine chronische Erkrankung, die zur Unfruchtbarkeit führen kann. Die Diagnose ist schwierig, und auch die Therapie kann kompliziert sein.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.